Ich hoffe sehr, dass die weltweite Bergsteiger-Community die Tibeter bei ihrem Kampf gegen die chinesiche Unterdrückung unterstützt. Entscheidend ist dabei nicht, dass Tibet seine völkerrechtliche Unabhängigkeit wieder erlangt. Vielmehr muss es darum gehen, die einzigartige Kultur des Volkes weiter bewahren und leben zu dürfen und dass eines Tages der Dalai Lama wieder in Lhasa seinen Platz finden kann.
Was lieber Reinhold soll die weltweite Bergsteiger-Community denn tun? Ein Signal wäre wirklich, wenn die Staatengemeinschaft die Olympischen Spiele boykotieren würde. Das war ja zu Zeiten des Ost-West-Konflikts auch ein beliebtes politisches Druckmittel. Aber ob man bereit ist wegen ein paar Mönchen und ein paar Bergbauern ein profitträchtiges Spektakel zu riskieren...
Nix für ungut, aber dieses weltweite Tibet-Gejammer geht mir echt auf den Keks. Nicht, dass ich mit den Machthabern in Peking symhatisieren würde, aber man muss sich doch mal vernünftig das Ausmaß dieses Konfliktes vor Augen halten. Ein paar Tausend Menschen werden in der Ausübung ihrer kulturellen Gepflogenheiten behindert, ein paar Hundert müssen um ihre körperliche Unversehrtheit fürchten, ein paar wenige sogar um ihr Leben. Das ist schlimm, das ist furchtbar. Das darf nicht sein.
Aber entschuldigt: Auf der Welt gab es im vergangenen Jahr mehr als 40 (!) bewaffnete Konflikte, 16 davon alleine in Asien. Ich glaube, fast alle sind schlimmer als die Auseinandersetzungen in Tibet. Jeden Tag werden tausende Menschen umgebracht, gefoltert, vergewaltigt. Und die Welt schaut weg, weil keine Symphatie-Träger wie Rote-Roben-tragende Mönche im Mittelpunkt stehen, kein Medienprofis wie der Dalai Lama ihre Interviews geben und keine Hollywood-Stars wie Richard Gere die bunten Blätter der Welt mit zitierfähiger Betroffenheitslyrik versorgen.
Vielleicht solltest du dir mal Gedanken machen, worin der Unterschied zwischen den von dir aufgeführten mehr als 40 bewaffneten Konflikten weltweit und der tibetsichen Sache liegt. Das besondere an dem Tibetischen Wiederstand ist doch, dass er gewaltfrei geschieht. Und von daher ist ein Vergleich mit anderern Konflikten, beispielsweise dem der Kurden in der Türkei oder in Tschetschenien nicht möglich.
Und es handelt sich darüber hinaus nicht um einige wenige (wenn man den jüngsten Meldungen glauben darf, gab es am 20.03.08 einen Schießbefehl gegen Demonstranten in Lhasa mit einer noich nicht absehbaren Zahl an Toten), sondern im Hochland von Tibet gibt es Internierungslager, in dem Tausende von Tibetern (und anderen Regimekritikern) untergebracht sind.
Zunächst: Eine Everest Sperrung generell ist gut. Für den Berg. Vielleicht sollte man in den nächsten 2-3 Jahren nur Expeditionen rauf lassen die Leichen bergen (versuchen), Müll entsorgen. Idealerweise durchgeführt und vor allem finanziert von den großen kommerziellen Veranstaltern. Daß die Sperre offensichtlich nur den Fackellauf "sichern" soll, finde ich eher fragwürdig. Aber eine Pause tut dem Berg definitiv GUT.
Was Cina vs. Tibet angeht: Ich finde es ekelhaft und von einer Arroganz gezeichnet, die ihres gleichen sucht wie die chin. Regierung sich aufführt. Ein Land von solch großer Tradition wird besetzt, die große gewalttätige Rebellion wird propagiert, mit Hilfe von sehr fragwürdigen "Berichterstattungen" der chin. Propagandaredaktionen wird ein friedlicher Widerstand in den Dreck gezogen.
Auf einem Kammerlander Vortrag sah ich kürzlich Bilder und Filmsequenzen in denen tibetische Pilger auf dem Weg über die Hochpässe nach Indien von chin. Soldaten wie die Hasen abgeschossen wurden. Ohne Vorwarnung. Leider landete das Video im Internet und die chin. Regierung musste gezwungener Maßen ein Statement dazu abgeben: "...die Soldaten wurden angegriffen, einige der Pilger wurden verletzt." hieß es da. Frech und geschmacklos ist das... Ich wüßte nicht warum man sich in irgendeiner Form und Weise mit den olympischen Spielen beschäftigen sollte...
Soso, der Protest der Tibeter ist also gewaltfrei?
Die Wahrheit ist vielmehr, dass in westlichen Medien die Tatsachen verdreht werden. Die Unruhen begannen mit mörderischen pogromartigen Überfällen tibetischer Banden auf nicht-tibetische Bevölkerungsteile, darunter die muslimische Minderheit Chinas. Sie forderten zahlreiche Todesopfer unter den Nicht-Tibetern und provozierten damit Reaktionen der chinesischen Sicherheitskräfte.
Danke, aufsteiger, tut gut, deinen Beitrag zu lesen. In den westlichen Redaktionen wird ja gerne angeprangert, dass es in China keine Pressefreiheit gibt. Aber wenn es um Tibet geht, machen sich gefühlte 95% der hiesigen Medienleute kritiklos zu Multiplikatoren der CIA-finanzierten Exiltibeter-Lobby rund um den ehemaligen Grossgrundbesitzer und Sklavenhalter Dalai Lama.
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