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Weißkugel (3739m) - 02.08.2004

21. März 2006
Bewertung: voller Bewertungspunkt voller Bewertungspunkt voller Bewertungspunkt halber Bewertungspunkt leerer Bewertungspunkt
(3.7 bei 3 Bewertungen)
von: Tobi
Land: Italien
Von Kurzras über die Bella-Vista, das Steinschlagjoch, das Hintereisjoch und den Südgrat auf den Gipfel der Weißkugel.

Nach Kurzras(2000m) - 01.08.2004

Weißkugel von Kurzras
Weißkugel von Kurzras
Nach einem fehlgeschlagenen Versuch die Weißkugel 2002 zu besteigen entschieden wir uns, Ernst, mein Vater und ich, die Weißkugel dieses mal von Kurzras aus anzugehen. Mit dem Auto fuhren wir dann von Sölden über das Timmelsjoch und Meran nach Kurzras. Die fahrt nahm gerade etwa Eineinhalb Stunden in Anspruch, weniger als wir vorher vermutet hatten. Nachdem das Auto entladen war, starteten wir in gemütlichen Schritten den Hüttenweg hinauf zur Bella-Vista Hütte auf 2850 Metern. Auch das kostete uns nur etwa Eineinhalb Stunden. Das Wetter war annähernd perfekt, wenig Bewölkung, Sonnenschein und locker 20°C. Wenn das nur für den nächsten Tag reicht, dachten wir. Von der Hütte hat man in der Tat einen überwältigend schönen Ausblick. Am tollsten fand ich persönlich den Blick auf die Südwestflanke der nahen Fineilspitze, die wir ein Jahr zuvor bestiegen hatten. Langsam neigte sich der Tag dem Ende zu, als unser Bergführer aus Vent, zu Fuss da er nicht im Auto mitgefahren war, heraufkamm. Abendessen, übrigens sehr sehr gut..... einfach lecker,.. Bettruhe, denn Aufstehen war für 4 Uhr geplant.

In das Steinschlagjoch(3230m) - 02.08.2004

Sonnenaufgang
Sonnenaufgang
Es war gerade Vier Uhr. Aufgestanden, Frühstück eingeworfen und fertig für den Abmarsch. Gegen 5 verliessen wir die Hütte, folgten dem Hüttenweg Richtung Kurzras, etwa 100 Höhenmeter hinunter bevor es nach rechts durch ein gewaltiges Blockfeld ging. Der Weg folgte nun mehr mittelsteil ansteigend dem Hangverlauf. Nach dem wir auf 3000 Meter etwa einen mit Skipisten und Liften verbauten Bereich hinter uns gebracht hatten begann der etwas anspruchsvollere Teil. Einige sehr steile und hart gefrorene Schneefelder mussten wir queren, immer dem Abwurfmaterial aus den darüberliegenden Flanken ausgesetzt. Zuletzt steilte sich der Schutthang, mit ein paar leichten Felseinlagen gespickt, extrem steil auf. Nach diesen 50 Höhenmetern standen wir auf einem Geröllbuckel, vll 3200 Meter hoch aber was für eine Aussicht, direkt unter uns der gewaltige Hintereisferner, in etwas größerer Distanz Wildspitze mit Brochkogel. Nichts davon konnte aber von hier so beeindrucken wie die nahe Weißkugel zu unsrer Linken. Nun folgten wir den Wegspuren , die dem Kammverlauf nach Westen folgten. Ein paar Schneefelder überquert und ein paar leichte Felsen überklettert erreichten wir den Punkt an dem man auf den obersten Hintereisferner übergeht, das Steinschlagjoch. Bis hierher etwa 2,5 Stunden.

In das Hintereisjoch(3470m)

Bergschrund im Hintereisjoch
Bergschrund im Hintereisjoch
Vom Steinschlagjoch folgten wir, begleitet von einigen andren Seilschaften dem Weg, der direkt auf das Hintereisjoch zuführte. Flach war der Gletscher zunächst und relativ Spaltenarm. Zumindestnes sah man fast keine. Über uns war nur blauer Himmel, rechts vor uns der gewaltige Gipfelaufbau und vor uns ein nicht mal 35° Steiler Schneeanstieg in das Hintereisjoch. In der Flanke zum Joch galt es hin und wieder doch mal einen größeren Schritt zu tun um das eine oder andre Loch zu übergehen. Nach links querend erreichten wir dann nach etwa Einer Stunde das Joch. Mit toller Aussicht inklusive,..... starker Wind übrigens auch..

Südgrat

Am Südgrat
Am Südgrat
Nach einer Kurzen Trinkpause stapften wir los Richtung Matscher Wandl, der Hang der bei Blankeis sicher keinen Spass macht. Der Südexponierte Hand ist etwa 40° Steil. An diesem Tag konnten wir bei besten Firnverhältnisen im Zickzack den Hang aufsteigen. Nach nicht mal 20 Minuten wurde das Gelände schlagartig flacher, wir waren etwa 3620 Meter hoch. Der folgende Schneegrat wurde praktisch mit jedem Schritt etwas schmaler bevor der dann richtig luftig aber horizontal auf die finalen Gipfelfelsen zuführte. Leider zogen einige Wolken auf. Die Sicht auf die Umliegenden Berge war dennoch fast uneingeschränkt Phänomenal. Einzig der Ortler im Süden war verdeckt. Am tollsten von hier oben fanden wir fast einstimmig den Blick auf den Hintereisferner. Auch ein Blick Richtung Norden brachte nur bewunderung für die geniale Landschaft hervor.

Gipfelfelsen

wahnsinn
wahnsinn
Die Kletterei über die Felsen zum Kreuz hinüber war zwar nicht allzuschwer und auch trocken aber luftig und mit teilweisen netten Tiefblicken gewürzt. (vermute I mit ein paar IIer Einlagen) Um auf den ersten Felsturm zu gelangen kann man diesen von der rechten Seite oder Frontal von Süden (etwas schwieriger) ersteigen. Die letzten Meter zum Gipfel hatten es in sich (siehe Bild)

Gipfel (3739m) am 02.08.2004

Ernst, Didi, Winfried
Ernst, Didi, Winfried
Unsre Gruppe, von mir aufgenommen am Gipfelkreuz

Gipfelblick 1

Similaun, Hintere Schwärze
Similaun, Hintere Schwärze
Hinüber zu Similaun und Hinterer Schwärze

Gipfelblick 2

Wildspitze, Langtauferer Spitz
Wildspitze, Langtauferer Spitz
Zur Wildspitze

Abstieg

Auf dem Steinschlagfelskamm
Auf dem Steinschlagfelskamm
Der Abstieg war dann eigentlich nicht mehr sonderlich Schwierig. Lediglich etwas Vorsicht aufgrund des aufgeweichten Schnees war angebracht. Nach insgesamt 12 Stunden standen wir wieder am Auto in Kurzras

 
18.02.2015 16:00:01