1. Tag (09.07.2003), Deizisau - München - Dubai
Am Treffpunkt in MUC sind alle pünktlich, das Einchecken meines 42kg schweren Gepäcks (dabei hatte ich doch 1 Tüte Gummibären wieder heraus genommen) klappt problemlos. Das Flugzeug der Emirates ist nur halb besetzt, sodass es auch mit einem Fenstersitzplatz funzt.
Nach dem fast 6 stündigen Flug werden wir von 35°C Hitze um 23.59h in Dubai „erschlagen“ – ab in den klimatisierten Bus und ins Hotel – und dann nur noch schlafen!
2. Tag, Dubai - Islamabad
Dank der sehr guten Vollpension mit Buffet geht´s mit vollem Bauch um 19.30h zum Flughafen und ab geht´s nach Pakistan.
Mit der Zeitverschiebung von nochmals 1h (damit waren´s insgesamt 3h) landen wir gegen 2h morgens in Islamabad. Die Temperatur von 30°C ist im Vergleich zu Dubai schon fast winterlich. Wie zu erwarten, ist unser Gepäck nicht vollständig. Nach 2 weiteren Stunden mit dem Ausfüllen diverser Formalitäten geht´s per Hotel-Bus ins ****-Hotel Shalimar in Rhawalpindi. Wieder mal nix mit lange Schlafen...
3. Tag, Islamabad
Der Hammer kommt dann am Abend: da wir am morgigen Tag fast 500km auf dem Karakorum Highway zurück legen müssen, ist für 6.00h die „Abmarschzeit“ festgelegt, d.h. um 5.00h aufstehen – schöner Sch....
4. Tag, Islamabad - Chilas
Doch der Reihe nach:
Um 5h aufgestanden, 5.30h Frühstück, Abfahrt um 6h. Dann holpern wir in Richtung auf den Karakorum Highway (Seidenstrasse) zu. Dieser „Highway“ führt uns über viele Schlaglöcher (trotz geteerter Strasse) entlang des heiligen Flusses Indus. Trotz unzähliger haariger Überholmanöver unseres Busfahrers, hält der Bus die Strecke durch (zumindest für heute). Auch haben wir das Glück, dass sämtliche Erd- und Steinrutsche entlang der Strecke beseitigt sind.
Nach fast 14 Stunden, kurz vor Erreichen der Ortschaft Chilas, taucht im Mondlicht (Vollmond!) der „Schicksalsberg der Deutschen, der Nackte Berg, der Nanga Parbat (8125m) auf. Aber auf Fotos muss verzichtet werden, es ist zu dunkel und das Hotel wartet schon auf uns. Doch der morgige Tag soll uns dafür ein Foto-Shooting par excellence bringen (sagt jedenfalls unser Bergführer Andi).
5. Tag, Chilas - Hunzas
Um halb Sieben startet unser Bus in Richtung Hunza / Karimabad (2450m). Wieder auf dem Karakorum Highway geht es vorbei an Höhleninschriften, die bis zu 2000 Jahre alt sind, bis zum Viewpoint des Nanga Parbat. Fast 7000m blicken wir (bei einer Pepsi) hinauf zum Teils wolkenverhangenen Gipfel – schade!
Und weiter geht´s immer über ausgesetztere und holperigere Straßen nach Chalt. Dort ist das Mittagessen zum ersten Mal nicht so der Reißer, aber die grandiose Aussicht auf die Gletscherwelt des Rakaposhi (7789m) entschädigt etwas.
Nach einer weiteren Stunde Fahrzeit ist dann auch schon Hunza erreicht. Es ist jetzt 3h mittags als wir in Mitten einer tollen Bergkulisse (6 und 7000er en masse) unser „View Hotel“ in Hanglage beziehen. Den restlichen Tag verbringen wir mit Ausruhen, Fotografieren und Essen...
6. Tag, Hunzas - Sust
Nach dem Frühstück ist erst einmal Kultur angesagt. Wir besichtigen zwei Balti-Forts (mit Führung), von denen aus früher die Herrscher von Hunza bis zum Einverleib durch Pakistan regiert haben.
Zum Mittagessen werden wir von unserem „Agentur-Begleiter“ Esa zu sich nach Hause eingeladen. Traditionell sitzen wir auf Teppichen auf dem Fussboden. Das Essen ist einfach klasse (sieht man dann sicher auch auf den Dias...aber leider nicht auf der Homepage).
Um 15h ist dann „endlich“ wieder Busfahren angesagt. Gut durchgeschüttelt erreichen wir nach 3 Stunden die Ortschaft Sust, direkt an der Grenze zu China.
Ob es morgen in China wohl endlich Bier gibt??
7. Tag, Sust - Tashkurgan
Grenze Pakistan - China
Kaum sind wir um 9h gestartet, ist die Fahrt auch schon wieder erst einmal zu Ende. Nein, keine Straßenblockade sondern der pakistanische Zoll erwartet uns. Doch zum Glück müssen wir die Ruck- und Seesäcke nicht auspacken, sodass schon nach 1 Stunde das Gepäck in einen neuen Bus der pakistanischen Behörden eingeladen werden kann = Fahrzeugwechsel Nr. 1!
Nun geht es wild und steil bis auf 4700m zum Khunjerab-Pass hinauf. Dort macht sich dann doch etwas die dünne Luft bemerkbar. Nach dem traditionellen Foto-Stop rollen wir noch 300m weiter, dann erwartet uns die chinesische Grenze mit all ihrem Bürokratismus = alles Gepäck raus aus dem Bus, Sachen auspacken und kontrollieren lassen und alles wieder rein in den Bus inkl. eines chinesischen Begleitoffiziers.
Dann geht´s immer gerade aus 100km lang bis nach Tashkurgan. Auch hier wieder eine Grenzkontrolle, d.h. alles Gepäck ausladen, durch die Kontrolle schieben und wieder einladen. Aber nicht in den alten sondern wieder in einen anderen, chinesischen Bus mit Begleitung der chinesischen Reiseagentur = Fahrzeugwechsel Nr. 2!
Nach einer 10 minütigen Fahrt ist auch schon unser Hotel in Sicht.
Ach ja, das Muztagh Ata Massiv lässt sich von hier aus auch gut erkennen. Gegessen wird übrigens an einem runden Drehtisch mit Stäbchen....und zum ersten Mal gibt´s Bier (nach chinesischer Braukunst und in 0,6 Liter Flaschen).
8. Tag, Tashkurgan – Karakul-See
Heute haben wir nach 1,5 Stunden Fahrzeit unsere Übernachtungsmöglichkeit am See erreicht: statt Hotel wird diesmal in Jurten (runde Nomadenzelte) übernachtet.
Den Nachmittag haben wir frei und so hab ich ne kleine Akklimatisationstour auf einen der umliegenden Hügel unternommen (ca. 200Hm). Obwohl von links langsam Bewölkung aufkommt, ist das Panorama fantastisch: links der Gebirgszug des Kongur (7750m), unter mir der türkisfarbene Karakul-See und eine unendliche Wüstenlandschaft, rechts der Muztagh Ata (7546m).
Bis zum Abendessen lege ich mich noch 2 Stunden in den Schlafsack. Doch nach dem Aufstehen plagen mich Schweissausbrüche und Kälteattacken abwechselnd. Essen tue ich fast nichts, mir ist speiübel. Den anderen beim Bier-Trinken zuzuschauen macht aber auch keinen Spass – also trinke ich 2 kleine Gläschen mit....und komischerweise geht´s mir dann auch wieder etwas besser.
Um 8h geht´s in den Schlafsack – und schlafe bis um 6.00 – schööön.
9. Tag (17.07.2003), Karakul-See – Basislager (4500m)
Nach 1,5 Stunden beginnt dann der fast 800Hm hohe Anstieg über Moränenhügel hinauf ins Basislager. Immer „slowly, slowly“ und „step by step“ – nach 4 Stunden sind wir auf 4500m angekommen. Trotz eines relativ hohen Pulses von 100, muss ich doch kaum schnaufen. Erst beim Zeltaufbau und Lager-Einrichten geht einem die Puste aus und man bekommt die Höhe zu spüren.
Nachmittags liegen alle nur faul im Zelt umeinander, sich nur nicht zu viel bewegen! Und immer wieder trinken, trinken, trinken,...bis um 20.30h Schlafenszeit angesagt ist.
10. Tag, Basislager (4500m) – Materialdepot 1 (4800m)
Den Vormittag verbringe ich noch mit Ausruhen und Lesen, nachmittags plane ich mit ein wenig Gepäck ein paar Höhenmeter aufsteigen, um mich besser zu akklimatisieren: „climb high – sleep low“.
Um 14h steigen wir mit leichtem Gepäck (Schalenschuhe, Klettergurt und Lawinenschaufel) 300Hm in Richtung Lager 1 auf. Mit Biwaksäcken wird ein erstes Materialdepot eingerichtet. Vom Schnaufen her geht´s bei mir ganz gut, nur meine Augen fangen zu brennen an.
Zurück im Zelt „gönne“ ich mir erst einmal ein paar Augentropfen gegen die drohende Entzündung.
11. Tag, Basislager–Depot 1-Materialdepot 2 (5170m)
Um 8.45h geht´s los: der Rucksack bepackt mit Ski, Innenschuhe, Steigeisen, etc. gehe ich gemütlich zum 1. Materialdepot. Dort lade ich die Sachen vom Vortag auf (hab jetzt ca. 20kg auf dem Buckel) und steige langsam in Richtung Schneegrenze weiter, wo ein zweites Materialdepot angelegt werden soll.
Linker Fuß vor – einatmen, rechter Fuß vor – ausatmen, so bin ich kaum erschöpft um 11.15h in 5170m Höhe am geplanten 2. Depot angekommen.
Tief unter mir sieht man die bunten Zelte des Basislagers. Das Wetter ist wieder super und trotz der Höhe sehr warm. Schnell wird der Rucksack entladen und schon geht´s wieder hinunter in BC zu Suppe, Knäckebrot, Wurst, Melone, Tee, Cola, etc. – Mahlzeit!
Mittags ist wieder Ausruhen (und Waschen!) angesagt, denn morgen soll Lager 1 in ca. 5500m aufgestellt werden.
Am Spätnachmittag werden Verpflegungen, Zelte, Isomatten und Kocher für die Hochlager verteilt. Und das soll ich alles noch nach Lager 1 tragen??
12. Tag, Basislager (4500m)–Materialdepot 2–Lager 1 (5470m)
Nach knapp 2 Stunden ist das Depot erreicht, der Rucksack wird aufgefüllt, Felle werden auf die Ski aufgeklebt und ab geht´s mit Ski zum Lager 1.
Rucksack und dünne Luft lassen mich nur langsam gehen, zudem ist der Hang mit ca. 35°-45° recht steil.
Linker Ski vor – Ein- und Ausatmen, rechter Ski vor - Ein- und Ausatmen.
Um 11h ist dann schwer atmend Lager 1 erreicht. Zum Glück gibt es in dem Schnee- und Geröllhang genügend Plattformen, sodass das Aufstellen der Zelte recht schnell geht.
Dann wird noch der gesamte Rucksackinhalt ins Zelt geleert und ab geht´s bei bestem Firn die 300Hm hinab zum 2. Materialdepot. Ski und Schuhe werden in dem Biwaksack deponiert und gegen Bergstiefel eingetauscht und dem Abstieg ins Basislager steht nichts mehr im Wege.
Nachmittags: Haare und Wäsche waschen, ausruhen, schlafen, Reinhold Messner lesen, etc.
13. Tag, Basislager (4500m) – Lager 1 (5470m)
Heute sind zum ersten Mal etliche Wolken am Himmel. Kaum ist die Sonne weg, wird es auch schon merklich kühler und es ist nicht mehr ganz so heiß = angenehme Temperaturen für den 1000Hm Aufstieg heute Mittag.
14. Tag, Lager 1 – Materialdepot 3 (6150m) – Basislager
Ich bin froh als es endlich so gegen 5h hell wird. Schnell die Daunenjacke angezogen und ab geht´s zum Schneeschmelzen – ein Kaffee schmeckt auch in dieser Höhe prima. Außerdem müssen noch unsere Thermoskannen für den Aufstieg nach Lager 2 gefüllt werden.
Um 8.00h starten wir dann doch ziemlich gerädert in Richtung Lager 2. Zuerst 300Hm einen steilen Hang hinauf (Harscheisen sind bei diesem harten und windgepressten Schnee unabdingbar), dann abenteuerlich durch eine Spalten- und Serac-Zone. Fixseile entschärfen die etwas steileren und ausgesetzten Stellen, welche jedoch mit Ski und Harscheisen auch ohne Seilhilfe gut zu begehen sind.
Doch heute sind alle nicht besonders gut drauf: vier von uns deponieren ihre Ausrüstung auf 5900m und kehren um, Andi (unser Bergführer) und ich „schleppen“ uns noch nach 4 Stunden bis auf 6150m Höhe und errichten ein weiteres Materialdepot mit den Sachen für Lager 2.
Die Skiabfahrt nach Lager 1 ist in dieser Höhe und bei diesen „harten“ Schneeverhältnissen kein wirkliches Vergnügen, aber man kommt zumindest schnell wieder nach unten.
In Lager 1 beschließen Andi und ich, noch weiter ins Basislager abzusteigen, um dort einen Ruhetag einzulegen. Helmut (mit 68 Jahren unser Ältester aber ziemlich durchtrainierter „Senior“) und Stefan sind nach ihrer Umkehr bereits auf dem Weg nach unten ins Basislager.
Um 15.30h erreichen wir nach insgesamt 1700Hm Abfahrt und Abstieg unser gemütliches Basislager mit all seinem Komfort: Einzelzelt, Küche mit Koch und fließendes Wasser.
An diesem Tag ist nach einem wirklich leckeren Essen (Tortellini mit Tomatensauce nach chinesischer Art) für uns Vier bereits um 19.30h Bettruhe angesagt – wir alle sind doch recht müde nach diesem „Ausflug“ in Richtung Lager 2.
15. Tag, Basislager Ruhetag
Die Devise für heute: Ausruhen!
Unser Plan: morgen nach Lager 1, übermorgen nach Lager 2 und tags drauf den Gipfel in Angriff nehmen. Hört sich nach einem harten „Restprogramm“ an...
16. Tag, Basislager (4500m) – Lager 1 (5470m)
Doch kaum lieg ich um 19.30h nach einem Super-Sonnenuntergang im Schlafsack, fangen auch schon die Problemchen an: mir ist auf einmal speiübel. Folge: in 3 Etappen schenke ich meinem Mageninhalt die Freiheit wieder...und hinzu kommt auch noch Durchfall der Festigkeit Yak 10...zuviel gegessen? Zuviel Flüssigkeit mit Mineraltabletten getrunken? Man weiß es nicht genau...
17. Tag, Lager 1 Ruhetag
So liege ich den ganzen Tag nur im Zelt herum, versuche zu Schlafen und mich zu erholen.
Zum Trinken hab ich mir nur Pfefferminztee verordnet, zum Essen gibt´s Knäckebrot und Suppe – was für ein Leben!
Da ich nicht fit bin, startet Stefan aus München alleine nach Lager 2. Er will morgen dann schon zum Gipfel aufbrechen.
18. Tag, Lager 1 (5470m) – Lager 2 (6400m)
Also fang ich schon mal mit Schneeschmelzen und „Verpflegen“ an (wie schon gewohnt gibt´s nur Suppe und Pfefferminztee).
Nach 2 Stunden kommt unser 5er Team und kurze Zeit später auch Stefan: er hat tatsächlich den Gipfel erreicht und sieht doch recht müde aus. Nach einer kurzen Rast will er noch bis ins Basislager absteigen, während wir uns zu Fünft für die Nacht vorbereiten.
Um 19.00h ist der Tag für uns zu Ende, es geht ab in den warmen Schlafsack. Doch in dieser Höhe ist kaum an Schlaf zu denken. Man wartet nur ab und hofft, dass die Nacht möglichst schnell vorüber geht und es wieder hell wird.
19. Tag, Lager 2 (6400m)–Gipfel (7546m)–Basislager (4500m)
Da es morgens saukalt ist und wir auch keine Eile haben, stehen wir erst so gegen halb acht auf unseren Ski und starten in Richtung Gipfel. Das Wetter passt soweit ganz gut, blauer Himmel und Sonne (wie jeden Tag), aber die traditionellen Nachmittagswolken werden sicherlich noch kommen.
Die 1100Hm ziehen sich über endlose Hänge, der Schnee ist beinhart und windgepreßt (und das ist mal was Neues...). Die Luft wird zwar mit jedem Meter merklich dünner, doch macht mir das Atmen nicht all zu große Probleme.
Ab ca. 7100m muss ich meinen Geh-Rhythmus der Höhe anpassen: immer nach 20-30m bleibe ich kurz stehen, um etwas zu Verschnaufen.
Bei dem doch recht monotonen Anstieg („Hört denn dieser blöde Gipfelhang nie auf??“) denkt man sehr oft an´s Aufhören. Wozu latscht man stundenlang einen Hang nach oben, welcher nie enden will?
Doch irgendwann neigt sich auch dieser Hang seinem Ende zu und geht in ein riesiges Plateau über (auch das noch!), an dessen Ende (!) sich der Gipfel befindet.
Nach 7 endlos erscheinenden Stunden ist es dann doch geschafft: ich stehe mit Herta und Andi auf dem Gipfel meines ersten 7000ers. Unsere „Senioren-Gruppe“ hatte leider schon zwischen 7000 und 7200m aufgeben müssen, trotzdem eine super Leistung von denen – Hut ab!
Zurück zum Gipfel. Gipfelfreude?? Kaum, man ist nur froh, dass die Schinderei ein Ende hat und es nicht mehr weiter nach oben geht. Außerdem ist es saukalt und sehr windig, sodass sich der Gipfelaufenthalt nur auf ein paar wenige Minuten beschränkt. Zudem hab ich immer wieder kalte Fingerkuppen und auf Erfrierungen hab ich keinen Bock! Also schnell noch ein paar Pflicht-Fotos gemacht (die Aussicht hält sich durch das Plateau eh in Grenzen) und die Felle von den Ski abgezogen.
Die Abfahrt ist alles andere als spaßig: der windgepreßte Schnee und nun doch die merkliche Müdigkeit lassen nur Pflugbögen zu. Spätestens nach 4 „Schwüngen“ muss ich anhalten und verschnaufen (mein Puls ist mittlerweile doch tüchtig in die Höhe geschossen)...doch irgendwann ist auch Lager 2 wieder erreicht. Schnell noch die restlichen Sachen wie Schlafsack und Isomatte in den Rucksack gepackt und schon geht´s mühevoll im Pflug über von der Sonne und Wasser zerfurchtete Hänge und durch Gletscherbrüche zum Lager 1.
Dort werden wir Drei schon freudig von den anderen Teilnehmern (inkl. unserer 3 „Senioren“) mit Tee empfangen, welcher unseren doch recht dehydrierten Körpern wieder etwas Kraft zurück gibt.
Da es „erst“ 17.45h ist, beschließe ich, gleich weiter bis zum Basislager abzusteigen. Über Funk ordere ich schon mal bei Stefan (der gestern bereits vom Gipfel bis ins Basislager abgestiegen ist) Bier und Essen. Herta will noch in Lager 1 bleiben, Andi kann der Verlockung von Bier nicht widerstehen und will mit mir nach unten. Wir laden noch unsere Sachen von Lager 1 in den Rucksack (...was da so alles rein geht...) und ab geht´s hinunter ins Basislager. Zuerst mit Ski, dann 600Hm zu Fuß.
Um 19.30h kommt uns schon Stefan und John (unser „Begleitoffizier“ der chinesischen Agentur) mit Bier im Basislager entgegen – aahhh, das schmeckt gut....
Im Gemeinschaftszelt erwartet uns unser chinesischer Koch und so kann eine spontane Gipfelfeier im kleinen Kreise mit Bier und meinem (restlichen) Whiskey beginnen.
Nachtrag:
Trotz sehr guter Daunenhandschuhe hab ich mir bei dieser Saukälte (auch dank dem starken Wind) vier Fingerkuppen der rechten Hand angefroren – sie fühlen sich irgendwie pelzig an. Aber sie sehen noch gut durchblutet aus, sodass wohl kein größerer Schaden entstehen wird (sagt zumindest Falk unser Expeditionsarzt) – Glück gehabt.
20. Tag (28.07.2003), Basislager (4500m)
Der Tag besteht aus dem Sortieren der Ausrüstung, etwas packen, ausruhen, essen, etc. Von den anderen Teilnehmern in Lager 1 ist nur noch Ralf motiviert, nach Lager 2 zu gehen (kehrt aber in 6150m Höhe wieder um). Der Rest hat keine Lust mehr und sie steigen alle im Laufe des Tages ab ins Basislager.
21. Tag, Basislager
Morgens Spazierengehen und Fotografieren, nachmittags steigen wir zu Siebt wieder nach Lager 1 auf, um es komplett abzubauen (Ralf hat inzwischen auch aufgegeben). Das Materialdepot mit unserer Skiausrüstung wird ebenfalls abgebaut. Mit riesengroßen und schweren Rucksäcken geht´s zum letzten Mal über den Schutthang hinab ins Basislager – aus is!
22. Tag, Basislager
Lager 2 wurde gegen eine „geringe“ Gebühr von chinesischen Wissenschaftlern für uns ins Basislager transportiert. Da keiner mehr Gipfelambitionen hatte, war unser Lager noch komplett auf 6400m Höhe aufgestellt. Aber den Chinesen, die in Höhen um 6800m Messungen machten, sei dank – wir müssen kein Material am Berg zurück lassen.
Da wir erst in 3 Tagen absteigen und nach Kashgar weiterfahren, sieht der heutige Tag wie der gestrige aus: Spazierengehen, Fotografieren, ausruhen,....
Einziger Unterschied: Stefan hat Geburtstag...und wann steigt die Party??
23. Tag, Basislager
...aber dafür mit einer Verkaufsveranstaltung der hiesigen Bevölkerung...
24. Tag, Basislager
Morgens wird schon mal die Ausrüstung vollends sortiert und verpackt und mittags? Wie schon die ganze Woche: ausruhen...wieder mal kein Highlight an diesem Tag.
... außer vielleicht einer Runde „Gas-Kartuschen-Billard ...
25. Tag, Basislager - Kashgar
Immer wieder blicken wir zurück zu „unserem“ Berg. Je weiter wir hinunter kommen, desto mächtiger wirkt das Muztagh Massiv auf uns. Obwohl am Gipfel mittlerweile ein Höhensturm tobt und er mit den dafür typischen „Schalenförmigen“ Wolken überzogen ist, lässt sich unsere Route bis zum Lager 2 sehr gut erkennen. Unglaublich, wo wir noch vor wenigen Tagen unterwegs waren.
Die Busfahrt nach Kashgar verläuft trotz Kontrollen durch die chinesischen Behörden und sehr holprigen Schotterstrassen (die Chinesen bauen und erneuern überall die Straßen) in 4 Stunden ganz ok (das Mittagessen war mal wieder am Karakul-See...).
Dafür kann sich das ****-Hotel wirklich sehen lassen. Und erst das Essen dort.....
26. Tag, Kashgar
Abends kommt es dann noch zu einem wahren „Highlight“: ein Essen im Freien mit Musik und Tanz. Doch die Musik ist uns zu laut und wir bleiben lieber beim Bier-Trinken als uns zum Tanzen überreden zu lassen.
27. Tag, Kashgar - Tashkurgan
Als wir das Pamir-Gebirge durchqueren, steht plötzlich alles. Straßenarbeiten? Steinschlag? Keine Auskunft....also raus aus dem Bus und warten...
Nach 30min geht´s aber schon wieder weiter – passt scho!
Mittags um 4 sind wir dann wieder in Tashkurgan. Durch den Zoll müssen wir erst am morgigen Tag und so bleibt bis zum Abendessen noch Zeit, ne kleine Runde in dieser „Baustellen-Stadt“ zu drehen. Wirklich eine sehr schöne (??) Stadt...
Ach ja: das Abendessen war diesmal (meiner Meinung nach) zum Davon-Rennen: von 8 Tellern mit Gerichten, welche nach und nach auf unseren Drehtisch gestellt wurden, waren 7 davon mit „Grünfutter“ belegt. Nicht dass wir schleckig wären, aber mir war´s dann doch zu viel des Guten. Ansonsten haben wir immer sehr lecker gespeist!
28. Tag, Tashkurgan - Gilgit
Nun kann uns nichts mehr auf der Fahrt nach Gilgit aufhalten, zumindest fast nichts: kurz nach der Fahrt hinab vom Kunjerab Pass werden wir von pakistanischen Beamten angehalten – Steinschlag auf einer Länge von 50m. Ein Bagger ist bereits dabei, die Straße freizuräumen. Doch immer wieder schießen neue Steine von oben herab, sodass der Bagger sich schnell in Sicherheit bringen muss. Aber nach 45min beruhigt sich die Lage und wir nutzen die ersten ruhigen Momente zur Weiterfahrt. Jetzt sind es nur noch 200km bis nach Gilgit...
Auch die sind irgendwann einmal geschafft und so geht der Tag nach 13 ½ Stunden Busfahrt mit einem leckeren Abendessen im Park unseres Hotels in Gilgit zu Ende.
Apropos essen: das schmeckt wirklich in Pakistan um einiges besser, es gibt auch wieder Besteck statt Stäbchen (obwohl wir fast schon gut essen konnten wie die Chinesen).
Und so geht´s mit vollem Bauch um 10.00h ins Bett, denn um 5.00h ist bereits wieder Wecken angesagt.
29. Tag, Gilgit - Islamabad
Der einstündige Flug verläuft sehr ruhig und vor allem eindrucksvoll: wir fliegen direkt vorbei am Nanga Parbat (8125m), der bei dem klaren Wetter wirklich gigantisch zu sehen ist (wenn nur die Flugzeugscheiben nicht so trübe wären).
In Islamabad bzw. Rawalpindi sind wir wieder im ****-Hotel Shalimar untergebracht.
Mittags noch schnell zum großen Basar (sau heiß aber interessant), abends ein tolles Buffet als Abschiedsessen und um 1.00h nachts düsen wir auch schon zum Flughafen (natürlich ohne geschlafen zu haben...).
30. Tag, (07.08.03), Islamabad – Dubai – München - Deizisau
So war ich dann um 15.45h wieder zuhause, wo die erste Station natürlich ein Biergarten war...
Fazit:
eine wirklich abenteuerliche Tour, bei der alles super geklappt hat, lustige Stimmung unter allen Teilnehmern, eine perfekte Organisation seitens Amical und dann natürlich auch das nötige (Wetter-)Glück zum Erreichen des Gipfels.
Und wie geht´s jetzt weiter? Schau mer mal, Stefan hat jedenfalls schon Lust auf eine Ski-Besteigung der Shisha Pangma (8013m) bekommen...
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