Tag1: Ref. Argentiere - Col de Noir 3.525 m
Mont Blanc 4810 m vom Grand Mo
Nachdem wir (der Peter Grundei, der Boxhammer Max und ich) vor 2 Jahren wegen eines Wettersturzes unterhalb des Petit Plateau´s am Mont Blanc (über die Mallets-Route) aufgeben mussten, ließ mich der Monarch nicht mehr los; zu groß waren die gesammelten Eindrücke der Skitourenwoche rund um Chamonix. Es war nicht sehr viel an Überredungskunst notwendig meine Freunde Willi Gruber/Graz und Georg Forstner/Bad Aibling für diese Skitourenwoche zu gewinnen. Geplant war diesmal Besteigung mit Skiern über die Tacul/Maudit-Route; unser Führer in dieser Woche war wieder der Robert aus Salzburg.
Refuge Argentiere - Stützpunkt für unsere Eingehtouren
Blick hinüber in die "Court"
Tag 2: Ref. Argentiere - Aig. Argentiere 3.905 m - Ref. A
Aig Argentiere 3.905 m
Nach einem sehr guten Frühstück brechen wir nicht zu früh auf und gehen unser heutiges Ziel, die Aig. Argentiere an. Zuerst gilt es auf einem hart gefrorenen Untergrund Richtung Argentiere-Gletscher bis auf 2.750 m abzufahren. Wegen der harten gefrorenen Unterlage und der Steilheit des Geländes sind wir die ersten 400 HM mit den Steigeisen aufgestiegen bis das Gelände und die Bedingungen das Anfellen erlaubt hat. Mit den Skiern unter den Füßen ging es zwischen den flankierenden Felswänden weiter hinauf bis zum Einstieg in die sehr steile und respekteinflösende Gipfelwand der Argentiere. Die letzten 250 bis 300 Höhenmeter geht es mit Steigeisen und den Skiern auf dem Rücken Richtung Gipfel. Während des Aufstieges ist volle Konzentration gefordert und jeder Gedanke daran, dass hier eine Abfahrt mit den Skiern über diese Gipfelflanke (50 Grad plus x) möglicht ist, wird vorerst verdrängt. Immer steiler und ausgesetzter erweißt sich die Gipfelflanke, die jedoch dank der guten Verhältnisse, recht gut zu begehen war. Am Gipfel angekommen waren wir überglücklich diese Flanke hinter uns gebracht zu haben und wir wurden mit einem fantastischen Ausblick auf die Court, den Monarchen und auf die Berge der "Haute Route" belohnt.
Aig. Argentiere über die steile Gipfelflanke
Die steile Gipfelflanke
Tag 3: Ref. Argentiere - Col du Chardonet - Fenetre du Tour
Aufstieg zum Col de Argentiere
Nachdem wir uns wegen unserem Hauptziel, dem Mont Blanc, nun doch entschlossen haben nicht in die "Court" einzusteigen lag an diesem Tag eine fantastische Abahrt mit 2.450 HM nach Le Tour vor uns. Vor der Abfahrt waren jedoch noch ca. 1.250 HM Aufstieg zu bewältigen. Nach der wiederum recht vereisten Abfahrt hinunter zum Gletscher ging es zuerst mit Steigeisen über eine Steilstufe hinauf auf bis ein flacheres Stück uns das Anfellen erlaubte. In schönem nicht allzu steilen Gelände ging es hinaus zum Col du Chardonet auf 3.325 m, dem Einstieg der klassischen "Haute Route". In einer steilen mit einem Fixseil versehenen Rinne erfolgte dann mit Steigeisen der kurze Abstieg in ein weiter Gletscherbecken, das dann einen weiteren Gegenanstieg über eine Firnflanke für uns bereithielt. Über den Fenetre du Tour auf 3.415 m ging es dann hinüberquerend zum Petit Fourche auf 3.520 m. Das fantastische Wetter und die tolle Aussicht waren ein Feuerwerk der Eindrücke bevor wir und für die lange Abfahrt bereit machten. Über scheinbar endlose unberührte Tiefschnee- und Firnhänge ging es hinunter nach Le Tour und wir konnten eine der schönsten Abfahrten in der gegend um Chamonix bei besten Bedingungen genießen. Bis zum abgestellten Auto war die Abfahrt möglich. Dieser tolle Tag klang dann bei einem kühlen Bier in Chamonix aus, bevor wir in unserem kleinen Hotel nach einem guten Abendessen in die weichen Betten gefallen sind.
Tag 3: Chamonix - Aig du Midi - Cosmique - Tacul-Schulter
Aufstieg zum Tacul
Nach einer erholsamen Nacht in Chamonix fahren wir am Morgen mit der Seilbahn hinauf zur Aig du Midi bei immer noch fantastisch gutem Wetter und herrlichen Fernblicken hinüber zum Monarchen. Nach einer kurzen Abfahrt und einem kleinen Gegenanstieg erreichen wir die auf einem Felssporn gelegene sehr schöne und perfekt geführte Refuge Cosmique auf 3.613 m. Nach dem Verstauen unserer Ausrüstung/Gepäck und einer Tasse Tee machen wir uns wieder auf dem Weg. Als weitere Eingehtour steht heute die Tacul-Schulter bzw. vielleicht auch der Tacul-Gipfel auf dem Programm
Abendstimmung auf der Refuge Cosmiques
Der Taccul im Abdenlicht
Gipfeltag Mont Blanc
Mont Maidit Schulter 4.325
Do 04.05.2005: Auf: 1.690 HM / Ab: 1.690 HM / Sonne - keine Wolken - kein Wind
Im Laufe der Nacht verstärkte sich der Fönsturm immer mehr; während viele Seilschaften noch in der Nacht aufgebrochen sind haben wir uns noch mal schlafen gelegt, um ein Abflauen des Windes abzu-warten. Dieser Tag war die letze Möglichkeit auf den Gipfel, denn für die kommenden Tage ist ein Schlechtwettereinbruch angesagt. Und Tatsächlich: der starke Wind legte sich und wir konnten um 5 Uhr 30 aufbrechen; der Georg musste aufgrund seiner Erkältung leider auf den Gipfelanstieg verzichten. Während des Aufstieges zur Tacul-Schulter wurde es Hell und die Sonne kam langsam über den Horizont. Der Willi und ich waren gut drauf und so konnten wir scheinbar recht mühelos an den Skienden vom Robert bleiben. Nach der Tacul-Schulter und der folgenden Querung lag der steile Anstieg zum Mont Maudit vor uns. Anfangs noch mit Skiern. Später mit Steigeisen an den Füßen näherten wir uns der Nordflanke hinauf zur Mont Maudit Schulter. Über eine gut zu überwindende Gletscherspalte sind wir in diese steile Firn-/Eisflanke eingestiegen; nur wenig Blankeis erschwerte diesen Teil des Anstieges.
vom Col de Brenva zum Gipfel des Monarchen
Der Gipfelaufbau des Monarchen
Auf dem Dach der Alpen
Die letzten 100 Höhenmeter
Insgesamt herrschten an diesem Tag tolle Verhältnisse bei noch besten Wetterbedingungen. Die Abfahrt über die Nordflanke und das Grand/Petit Plateau zur Ref. Gran Mulets wurde von einigen gemacht, obwohl das Petit Plateau übersäht war mit großen Eisschlag-Brocken und die Serracs über dem Petit Plateau kein sicheres Gefühl geben dürften. Die Variante vom Col de la Brenva über den Corridor zum Grand Plateau wurde ebenfalls gemacht, wir haben diese Variante wegen dem doch vorhandenen Kräfteverschleiß sein lassen.
Tag 5: Refuge Cormiques - Vallee Blanche - Montevers
Gipfelglück auf dem Mont Blanc
Die Wetterprognose hat sich bewahrheitet; der Fön brach zusammen und das Wetter schlug um; Nebel und Schneefall hätten an diesem Tag eine Besteigung des Mont Blanc unmöglich gemacht. Erst nach reiflicher Überlegung haben wir uns dazu entschlossen die Skiabfahrt über das Vallee Blanche zu machen und nicht mit der Aig. du Midi ins Tal zu fahren. Trotz des wenigen Schnees war es wieder sehr beeindruckend die Abfahrt über den mit vielen offenen Spalten durchsetzten Gletscher vorbei an den vielen klassischen Anstiegen in diesem Tal. Von Montevers ging es dann mit der Zahnradbahn zurück nach Chamonix. Mit ein paar Bieren und Abends etwas Rotwein wurde dann auf eine super Woche angestoßen. Memerkenswert war dann noch unser Wetterglück; bei Regen sind wir in Chamonix angekommen und bei Regen haben wir den Heimweg angetreten; dazwischen lagen 5 tage bei besten Bedingungen.
Sonnenuntergang auf der Refuge Cosmiques
Abendstimmung am Monarchen
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