Ein Tag und zwei ansehnliche Gipfel in den Ötztalern. Bei gutem Wetter sicherlich die Mühe wert.
Linker Fernerkogel (3278 Meter), 05.08.05
Linker Fernerkogel aus Nordost
Zunächst ging es mit dem Auto auf den Rettenbachgletscher, von wo aus wir die Schwarze-Schneid-Bahn bis zur Mittelstation benutzten. Von dieser (etwa 2990 Meter) stiegen wir den steilen Blockhang auf den Karlesferner hinab. Noch im Schatten und bei niedrigen Temperaturen legten wir unsre Steigeisen an und folgten am Seil der Spur die zuerst auf die Innere Schwarze Schneide zuführte. Die mittelsteilen Hänge leicht querend, ging es dann im Bogen, durch spaltige Firnfelder, gen Gipel (südwest). Die letzten 100 Höhenmeter nördlich unter dem Gipfel waren, besonders am Bergschrund etwas steiler(so an die 35° bis 40°). Doch danach ging es wieder viel flacher und somit leichter auf das große Gipfelkreuz zu, welches wir nach etwa 2 Stunden erreichten. Das Wetter war fast perfekt, leichter Neuschneefall in der vergangenen Nacht, wenig Wolken und klare Luft bescherten uns eine super Sicht auf die umliegenden Eisgipfel.
Übergang in das Tiefenbachjoch(3234 Meter)
Der steile Hang ins Joch
Vom Gipfel des Linken Fernerkogels stiegen wir nicht über dessen Ostgrat ab sondern wir folgten der Aufstiegsspur wieder bis etwa 3180 Meter. Dort querten wir den Eishang (über der Felsinsel P.3150m) hinüber, erreichten über einen schmalen Firngrat und einen Firnhang das untere Joch (etwa 3155 Meter). Der folgende Geröll und Felshang schaute auf den ersten Blick steiler und schwieriger aus als er eigentlich dann doch war. So stellten wir dann fest, dass hier bis auf ein paar ausgesetzte Stellen, wo man auch mal die Hände benutzen musste, ein Pfad bis unter das Joch führte. An einer Stelle half eine Kette.
Innere Schwarze Schneide (3370 Meter)
Der Südgrat vom Joch gesehen
Vom Tiefenbachjoch (3234 Meter) folgten wir der breiten Spur in Richtung Südgrat. Über grobe, große Blöcke stiegen wir, leicht im zickzack gen Gipfel. Auf den letzten 40 Höhenmetern halfen, auf beiden Seiten des Weges angebrachte Stahlseile. Die leichte Kletterei hier war zwar stellenweise ausgesetzt gewesen, doch durch diese Sicherungsmaßnahmen nicht besonders schwierig, über eine I gehen sie nicht hinaus. Bei unsrem Anstieg waren besonders die obersten Felsen etwas mit Reif bedeckt. Vom Gipfel (mit Steinmann auf 3370 Meter) hatten wir einen hervorragenden, nur durch einige aufgezogene Wolken behinderten Blick auf Geigenkamm, Stubaier, Ötztaler, Zillertaler und sogar die Ortler Alpen.