- Anzeige -

- Anzeige -
www.alpin.de
- Anzeige -
   Login
Benutzername:
Kennwort:
 
Toolbar
Seite versenden Sitemap

DEMAVAND - AUF DEM DACH PERSIENS

14. Mai 2007
Bewertung: leerer Bewertungspunkt leerer Bewertungspunkt leerer Bewertungspunkt leerer Bewertungspunkt leerer Bewertungspunkt
(0 bei 0 Bewertungen)
von: nevado_pisco
Land: Iran
Wie kommt die Bayerische Fahne auf den höchsten Gipfel der Islamischen Republik Iran´s?

Skitourenreise in den Iran

Die Reisegruppe am Flughafen
Die Reisegruppe am Flughafen
Beim Stichwort Iran denkt man derzeit in Deutschland angesichts der herrschenden weltpolitischen Lage in erster Linie an den in der westlichen Welt sehr umstrittenen Staatspräsidenten Mahmud Ahmadinedschad und an das viel diskutierte Atomprogramm. Das Urlaubsland Iran steht derzeit sehr wenig auf der Wunschliste deutscher Urlauber und es bedarf schon einer größeren Vorstellungskraft sich eben in dieses Land am persischen Golf zu begeben, um Skitouren zu unternehmen. Aber genau dieses Ziel haben wir uns vorgenommen. Zur Reisegruppe gehören die 4 Bad Aiblinger Skibergsteiger Achim Zißler, Georg Forstner, Peter Grundei und Thomas Landgraf sowie der Grazer Wilfried Gruber.

Anfang dieses Jahres stand der Plan den höchsten Berg der islamischen Republik Iran, der Demavend mit seinen 5.670 m, zu besteigen und von diesem höchsten asiatischen Vulkan mit Skiern abzufahren. Da eine Individual-/Gruppenreise derzeit aus politischen Gründen nicht bzw. kaum möglich ist, haben wir uns eine Argentur aus Shiraz (IranGashttours) für die Durchführung der Unternehmung kontaktiert. Die Flüge in den Iran wurden gebucht und die Visa-Beantragung klappte reibungslos. Mit den etwas fragwürdigen Blicken unserer Familienmitglieder und unserer Freunde ging es Ende April endlich los an den Golf.

Donnerstag 26.04.07: Flug von München nach Teheran

Vor dem Shah-Palast in Teheran
Vor dem Shah-Palast in Teheran
Um 15 Uhr haben wir uns alle bei mir zu Hause getroffen; auch der Willi aus Graz. Mit 2 Fahrzeugen, die Rita und die Barbara waren unsere Fahrer, sind wir anschließend zum Flughafen nach München aufgebrochen. Rechtzeitig konnten wir uns am Check-In-Schalter der Türkisch Airlines anstehen. Bei der Gepäckabgabe gab es keinerlei Probleme und so konnte die Reise ganz entspannt angegangen werden. Punktlich um 18 Uhr startete unser Flug von München nach Istanbul. Der kurze Zwischenstop in Istanbul nutzten wir um noch mal ein Bier zu trinken, bevor es in die islamische Republik Iran geht. Um 23 Uhr Ortszeit startet der Flieger pünktlich zu unserem Reiseziel. Unsere Vermutung zu 5 im Airbus 320 zu sitzen hat sich „in Schallah“ nicht erfüllt, der Flieger war bis auf den letzten Platz gefüllt.

Freitag 27.04.07: Teheran & Paläste

Die Revolutionshelden des Iran
Die Revolutionshelden des Iran
Die Modern gekleideten Frauen im Flieger haben beim Anflug auf Teheran, spätestens bei der Landung ihr Kopftuch gebunden. Am frühen Morgen um 2 Uhr 23 landet unser Airbus in Teheran; die Reise beginnt nun! Das Gepäck ist ebenfalls mit uns angekommen und die die Einreisemodalitäten bringen wir ohne Probleme hinter uns. Lediglich die Paßkontrolle war etwas zeitaufwendig, aber nicht deshalb, weil wir übermäßig kontrolliert wurden, sondern vielmehr weil der Beamte keine Übung mit dem Umgang der PC-Tastatur hatte; seine 2 Kolleginnen haben die doppelte Anzahl abgefertigt, so auch mich.

Wir passierten die letzte Einreisekontrolle, unser Gepäck wurde nochmals teilweise durchleuchtet. Am Ausgang des Khomeini-Airports erwartete uns bereits unser deutschsprachiger Reiseleiter Navid Kashani, der ein Schild mit meinem Namen hoch hielt. Um 3 Uhr morgens herrschte am Flughafen bereits mächtig viel Treiben, sehr viele Menschen und ebenso viele Autos waren in Bewegung. Die Fahrt ins Hotel war kürzer als gedacht, der Airport liegt durch das ständige Wachsen der Stadt bereits mitten in Teheran. Unsere Fahrt ins Hotel führte uns noch vorbei am beleuchteten Wahrzeichen Teherans.

Das Hotel ist erreicht und auch da scheinen wir einen guten Griff gemacht zu haben, unsere Argentur IranGashttours hat uns da ein recht schönes Hotel ausgesucht. Nach dem Aus-schalten der Klimaanlage (laut, zugig) bin ich dann gegen 4 Uhr 15 Uhr ins Bett und sofort eingeschlafen.

Teheran & Paläste

Der grüne Palast
Der grüne Palast
Gegen 8 Uhr 30 bin ich bereits wieder wach und der Blick aus dem Fenster beruhigt mich doch sehr: Zwischen den Häusern kann man Berge erblicken auf denen tatsächlich Schnee liegt. Ausgehend davon daß Teheran zwischen 1.200 und 1.700 m liegt, schätze ich die gesichtete Schneehöhe auf zwischen 2.500 und 3.000 m! Somit scheint eins zumindest mal klar zu sein: Wir haben die Skier nicht umsonst dabei und werden diese auch zum Einsatz bringen können.

Der Freitag ist der „Sonntag im Islam“, entsprechend ruhig ist es auf den Straßen vor dem Hotel; alle scheinen noch zu schlafen oder aus der Stadt geflüchtet zu sein. Unser Reise-leiter Navid Kashani holt uns im Hotel ab und fragt uns was wir uns an diesem 1.Tag in Teheran ansehen möchten. Zur Debatte standen Museumsbesuche oder die Paläste im Norden von Teheran. Nach kurzer Diskussion kommt vom Peter eine ganz spontane Antwort: „Oids Zeig hob i dahoam a!“ .... also geht es in den Norden Teherans zur Besichti-gung von 2 Shah-Palästen.

Diese beiden Paläste (Güner Palast und weißer Palast) waren die Sommerresidenz der Shah-Familie und sind eingebettet in einer wunderschönen und großzügig dimensionierten Parkanlage. Im Inneren der Gebäude war der pure Luxus zu sehen; die jüngere Geschichte in diesen Räumen konnte man förmlich spüren. Vor dem Weißen Palast ist die in der Revolution beschädigte Bronzestatue Reza Shah´s zu sehen. Statuen von Herrschern werden, wie auch im Irak bei Saddam Hussein gesehen, gerne nach deren Absetzung zerstört.

Nach der Besichtigung dieser sehr schönen Palastanlage, neben den vielen einheimischen Besuchern waren wir an diesem Tag die einzigen Touristen dort, besuchten wir ein einstmals außerhalb Teheran´s gelegenes Ausflugslokal. Durch das ständige unkontrollierte Wachstum dieser inzwischen ca. 14 Millionen zählenden Mega-City liegt dieses Ausflugslokal bereits im Stadtbereich von Teheran aber trotzdem hat dieser Ort nichts von seiner Anziehungskraft für die Iraner verloren. Ganze Familien nutzten der Freitag hier zu speisen und ein paar ruhige Stunden zu verbringen. Zum Verweilen standen viele kleinere Bühnen zur Verfügung auf denen in landestypischer Art Teppiche ausgerollt waren; serviert wurde ein persisches Menü in einzigartiger Atmosphäre. Das Essen (verschiedene Fleischspieße, Joghurt, Soßen, Fladenbrot usw.) schmeckte sehr gut.

Transver nach Rudbarak

Auf der Fahrt nach Rudbarak!
Auf der Fahrt nach Rudbarak!
Der Treffpunkt mit unserem Betreuerteam aus Shiraz gestaltete sich etwas kompliziert. Die Jungs aus dem Süden Iran´s waren mit einem Bus die ca. 900 km lange Strecke nach Teheran gefahren und da sie nicht ortskundig sind konnte man keinen Treffpunkt in der Stadt ausmachen. Auf der Autobahn Richtung Westen klappte schließlich ein Treffpunkt. Da stand er nun, dieser betagte aber wunderschöne alte Kleinbus von Mercedes, der für die nächsten 7 Tage unser Fahrzeug sein sollte. Gesteuert wurde dieser von Mr. Jafari, als unser Reiseleiter stellte sich Mehdi Maleknia, er war erst 23 Jahre alt und sprach gut englisch, und unser Bergführer/Koch/Organisator wird Mr. Karami sein.

Nachdem Umladen der kompletten Ausrüstung ging es mit neuem Fahrzeug los Richtung Berge, wobei wir ein Problem hinsichtlich der Reiseroute hatten. Die Passstrasse aus direktem Wege nach Rudbarak war durch einen Murenabgang unpassierbar/gesperrt und so mussten wir einen Rießen-Umweg fahren. Anstelle der veranschlagten 4-5 Stunden sind es laut Auskunft unseres Teams nun mind. 8-9 Stunden; dass es dann letztendlich genau 13 Stunden waren die wir nach Rudbarak unterwegs waren konnte man zu diesem Zeitpunkt nicht abschätzen.

Fahrt nach Rudbarak (Teil 2)

Unser betagter Mercedes-Bus
Unser betagter Mercedes-Bus
Die Fahrt ging über die Autobahn Richtung Westen über Karaj bis zum Ort Qazvin, hier fuhren wir runter von der Autobahn und weiter ging es über die Landstraße nach Norden über Aqa Baba, Ab Torsh, Lowshan zum Stausee Setid Rud Reservoir und weiter nach Rudbar. Von hier aus fuhren wir Richtung Casbean See über Rasht, Langarud, Ramsar nach NOWSHAR, von wo es wieder nach Süden in die Berge geht.

Am spätern Nachmittag setzte Regen ein der uns die ganze Fahrt hindurch begleiten sollte. Um 6 Uhr Abends gab es eine kurze Teepause und um 22 Uhr eine längere Pause zum Abendessen am Kaspischen Meer. Eine Unterbrechung mit einer Übernachtung am Kaspischen Meer wollten wir nicht, da es ansonsten zu Programmverschiebungen gekommen wäre und so ist der Busfahrer weiter gefahren Richtung Bergsteiger-Camp in Rudbarak. Wenn man sich vorstellt dass er schon vorher die ca. 900 km Strecke von Shiraz nach Teheran unterwegs war, dann hat der Busfahrer eine Wahnsinns-Leistung gebracht. Vom Kaspischen Mehr (-35 m) geht es ab Mitternacht hoch in die Tact-e-Souleyman-Berge nach Rudbarak auf ca. 1.600 m.

Auf den Straßen herrschte in beiden Richtungen ein scheinbar unendlicher Verkehr trotz oder vielleicht wegen des freien Freitages. Der BENZINPREIS mit ca. umgerechneten 7 Cent je Liter ist unglaublich billig. Bei den beiden Pausen haben wir sehr freundliche Menschen kennen gelernt, mit denen man sehr schnell in Kontakt gekommen ist. Die Frauen sind allesamt nur teilweise verschleiert und tragen lediglich ein mehr oder weniger lediglich großes Kopftusch und man wird sogar von Ihnen angesprochen, was ich nun gar nicht erwartet hätte. Die Iraner sind freundliche Gastgeber, die sich für ihre „Gäste“ interessieren, ohne aufdringlich zu sein. Das Land und seine Bevölkerung ist wohlhabender/offener als das in Europa transportiert wird. Es gibt keine Kontrollen und es scheint sicherer und legerer zu sein als vor 2 Jahren im Kaukasus.

Um 4 Uhr morgens, wieder war es für uns so spät/früh geworden, haben wir endlich unser Ziel erreicht. Die Fahrt von Teheran nach Rudbarak dauerte letztlich genau 13 Stunden!

Samstag 28.04.07: Mountain Camp in Rudbarak

Aufszieg High Camp Chaloon
Aufszieg High Camp Chaloon
Nicht wie eigentlich ausgemacht sind wir erst zwischen 9.00 und 9.30 Uhr aufgewacht und dann aufgestanden; was man in anbetracht der beiden letzten Tage durchaus nachvollziehen kann. Der Blick nach draußen verhieß wettermäßig nichts gutes. Aber jetzt gab es erst mal was zum Essen. Nach einem gutem Frühstück mit Schafskäse, Brot und Kaffee haben wir bereits die Sachen gepackt für unsere Akklimatisationstage im Tangeh Galou Tal. In einer kurzen Besprechung mit unserem englischsprachigen Reiseleiter und unseren Farsi-sprechenden Bergführer haben die beiden uns den Wetterbericht für diesen Tag mitgeteilt: REGEN - SCHNEE - NEBEL

Den örtlichen Trägern bzw. den Mulis hat unser Bergführer für diesen Tag bereits abgesagt wegen des schlechten Wetters. Erleichtert war man zu erfahren, daß es für den Aufstieg ins High-Camp im Tangeh Galou-Tal nun doch Mulis zur Verfühgung stehen und man somit lediglich mit leichtem Marschgepäck (Tagesausrüstung + Ski + Pickel + Steigeisen) losgehen kann.

Nach kurzer Diskussion setzte sich auch bei allen Teilnehmern die Erkenntnis durch, nicht bei Regen ins High Camp aufzusteigen und noch 1 Tag hier auf 1.600 m in unserem komfortablen Camp (schöne 2-Bett-Zimmer / Bad mit einer heißen Dusche und Sitz-WC / Gemeinschaftsraum / Küche) zu verbringen. Ausschlaggebend daß wir uns zu dieser Variante durchgerungen haben, war die Tatsache, am nächsten Tag mit leichten Rucksack aufzusteigen und dann weiter zugehen um den geplanten Gipfel doch noch machen zu können, wobei dann ca. 2.200 HM zu bewältigen wären. Die Wetteraussichten sagen eine Wetterbesserung ab der Nacht zum Sonntag voraus, was uns natürlich entspr. Hoffnung macht.

Samstag 28.04.07: Mountain Camp in Rudbarak

Mulis zum Transport
Mulis zum Transport
Das Wetter war nebelig mit Nieselregen bzw. Nebelreißen, die Berge waren komplett verhüllt. Nach der Besprechung/Frühstück hieß es noch mal umpacken für die Besteigung mit Gepäcktransport durch Mulis. Am Vormittag haben wir eine kurze Wanderung über z.T. wegloses Gelände mit den jungem Reiseleiter unternommen, der die nicht vorhandenen Wege auch nicht kennt.

Ein gutes Mittagessen mit Hühnchenfilet/Gurken/Erbsen und Brot und Wetterbeobachtungen vor der Türe mit erster Sicht von Schneebergen vertrieb uns die Zeit, zumal man ja auch noch am Nachmittag Kaffeetrinken konnte. Die mitgenommenen Spielkarten erwiesen sich jetzt als enorm wichtig und wir eröffneten kurzerhand ein „Schafkopf-Trainings-Camp“ mit den Lehrern Schorsch und Achim sowie den gelehrigen Schülern Willi und Peter. Ansonsten gab es halt: Wetter-Schauen-Gehen und Nescafe trinken.

Nach einer kurzen Aufhellung, wo man die weißen Berge und viel Schnee gesehen hat, schüttet es seit 4.00 Uhr in Strömen und man kann sich gar nicht vorstellen, in 13 Stunden loszufahren. Der Regen wird immer stärker! Ich hab mir im zugigen Bus während der 13-stündigen Fahrt den Rücken verkühlt und konnte mich nur sehr schwer bewegen; so gab es Dehnübungen für mich von unserem Physiotherapeuten Achim.

Nachdem Abendessen und einer heißen Dusche gingen wir an diesem Tag mal etwas früher Schlafen; nicht erst um 4 Uhr morgens!

Sonntag 29.04.07: Tangeh Galou Tal

Aufstieg ins Tangeh Galou Tal
Aufstieg ins Tangeh Galou Tal
Höhe Mountain-Camp: 1.620 m / Höhe Ausgangspunkt: 2.300 m / Höhe High Camp: 2.800 m
Wetter: Sonnenschein mit Restbewölkung

Das Wecken durch unser Team erfolgte um 5.00 Uhr morgens und ab 5 Uhr 30 gab es Frühstück. Die Abfahrt erfolgte um 6 Uhr mit unserem Bus. Bereits vorher wurden die Packsäcke für die Mulis von einem anderen Wagen abgeholt. Unser Bus führ mit entspr. langsamen Tempo die Straße hinauf in das Tangeh Galou Tal; es war schon erstaunlich was dieser betagte Mercedes Bus so alles wegstecken kann. Auf einer Höhe von ca. 2.300 m war dann letztlich Schluß, eine nicht befahrbare Brücke und Lawinenkegel verhinderten ein Weiterkommen.

Wir sind ausgestiegen und haben den Bus ausgeladen, während die bereitstehenden Mulis bereits beladen wurden. Als Organisator der Mulis war ein örtlicher Guide da, auf den man später noch zu sprechen kommen wird. Bei bestem Wetter begann der Aufstieg durch ein sehr enges landschaftlich wunderschönes Tal. Links und rechts steigen die Flanken der 4.000-der der Takt-e-Souleman-Berge empor und in uns steigt die Stimmung mit jedem weiteren zurückgelegten Höhenmeter.

High Camp Tangeh Galou Tal
High Camp Tangeh Galou Tal
Obwohl kräftesparend und damit entspr. langsam unterwegs erreichen wir nach gut 2 Stunden das geplante High-Camp auf einer Höhe von 2.800. Während wir nach einer kurzen Trinkpause die Skier unter die Füße schnallen und zusammen mit unserem Lokal Guide zum Lashgarak Mountain aufbrechen, werden unser Bergführer und unser Reiseleiter das Camp einrichten. Bei immer noch gutem Wetter geht es ganz flach ansteigend durch das Tangeh Galou Tal, einem typischen V-Tal mit sehr steilen Flanken, über recht weichen Frühjahrs-Schnee unserem heutigen Ziel entgegen. Unser Lokal-Guide hat in diesem flachen Gelände mit dem weichen Schnee erheblich Probleme, durch das ständige Einbrechen kann er nicht Schritt halten mit uns. Vorbei an der Aufstiegsflanke zum Chaloon geht es immer weiter das Tal hinauf, links und rechts unzählige sehr steile Abfahrts-Varianten von namenlosen fast 4.000-dern. Wir waren streckenmäßig sehr weit unterwegs mit kaum einem Höhengewinn.

Die Höhenwinde der Gipfel drücken von Süden her schlechteres Wetter in das Tal und so zog es sich langsam zu; die Gipfel verschwanden in dichtem Nebel aus dem es dann auch zu graupeln bzw. zu regnen begann. Nachdem wir ca. 1 Stunde im Regen marschiert sind und ich langsam ziemlich naß geworden bin, entschloß ich mich auf ca. 3.150 m allein umzukehren. Der Entschluß fiel mir nicht all zu schwer, weil es für mich in diesem Moment klar war dass wir den Lashgarak-Gipfel auf über 4.256 m an diesem Tag eh nicht mehr erreichen würden. Mit mir ist auch unser Lokal-Guide umgekehrt; jedoch während ich mit Skiern abfahren konnte musste sich dieser zurück ins High-Camp wühlen.

Thomas bei der Abfahrt
Thomas bei der Abfahrt
Während der Abfahrt ins Camp besserte sich das Wetter kurzzeitig und so erreichte ich unser bereits aufgestelltes Camp. Ich trocknete meine Sachen und räumte ein bzw. sortierte die Ausrüstung. Die weiter aufwärts gestiegenen Jungs (Achim, Peter, Willi und Georg) kämpften sich noch bei widrigen Wetter hinauf auf ca. 3.300 m um dann schließlich auch umzukehren.

Zurück am Camp haben dann der Willi und der Achim als Zuckerl noch eine Firnrinne oberhalb unseres Camps erstiegen (ca. 350 HM  in 45 min und eine Abfahrt bei der der Schnee ganz gut war). Nach dieser kurzen Wetterbesserung ab 13 Uhr begann es ab 15 Uhr 30 sich das Wetter erheblich zu verschlechtern; ab 16.30 Uhr regnete es wieder und es sah nicht gut aus für den morgigen Tag am Chaloon. Durch den Regen war man dann auch gezwungen in den Zelten (es waren nagelneue Expeditionszelte) zu bleiben.

Die Berge in Tangeh-Galou-Tal sehen ganz phantastisch aus, sie reichen locker für 1 ganze Skitourenwoche, vorausgesetzt das Wetter passt und der Schnee ist passabel. Sehr steile Flanken und steile Aufstiege - eine hochalpine Landschaft, die an die Alpen ein wenig erinnert. Wegen der Ähnlichkeit des Aufstieges zum Langentaler im Sellrain wurde der Lashgarak kurzerhand in „Längentaler-Lashgarak“ umgetauft!

Berg im Tangeh Galou Tal
Berg im Tangeh Galou Tal
Ich hoffe auf eine Wetterbesserung für morgen, und wenn nicht dann eben für die Tage am DEMAVAND; nicht auszudenken, daß es jetzt die ganze Woche so weiter regnet. Mein Kreuz passt ganz gut zum Wetter .... während dem Gehen gibt es kaum Probleme, aber im Zelt und außen dagegen ist es wirklich kaum zum Aushalten. Aber als positiv denkender Mensch gehe ich auch hier von einer deutlichen Besserung in den kommenden Tagen aus.

Zum Abendessen gibt es Nudeln mit (Essig-)Gurke und Obst für jeden; für die Berge ein ordentliches Abendessen. Platz finden war für mich eine nicht allzu leichte Mission..... der Achim und Peter machten wir dann ein wenig Platz, so daß ich über ca. 35 cm Breite verfügen konnte; in meiner Luftmatratze entwich die Luft – na dann viel Spaß heut Nacht!

Abendprogramm im Zelt:
3-er Schafkopf im 2-Mann-Zelt mit Peter und Achim mit vielen Konstellationen....... einfach zum kaputtlachen .... wir hatten sehr viel Spaß im Zelt: Pllatzwechsel gleichzeitig von links nach rechts oder umgekehrt. Draussen war ein Gewitter mit z.T. heftigen Donnerschlägen und heftigen Blitzen. Der Peter hat einen ca. 10-ltr.-Kulturbeutel dabei, randvoll mit allen nötigen und manchen unnötigen Utensilien war.... sogar ein Akku-Rasierer hat da Platz gefunden und die Zahnbürste von Achim.

„So jetzt mach ich mir mein Kuschelnest“ sagt der Peter und begann zum wiederholten Mal rumzukramen ..... der Achim und ich bogen uns vor Lachen; die Tränen flossen reichlich! Die Nacht war ganz gut, mit einer Schlaftablette habe ich sogar einschlafen können bei meinen zugewiesenen 35 cm Platz.

Montag 30.04.07: Tangeh Galou Tal

Aufstieg in die Rinne
Aufstieg in die Rinne
Nach einer Wetter bedingt stürmischen Nacht, ein starkes Gewitter mit Blitz und Donner peitschte den Wind gegen unsere Zelte, brachte der Morgen auch keine wesentliche Wetterbesserung. Dem etwas nachlassenden Sturm folgte Regen und die Berge im „Lashgarak-Längental“ waren wieder verhüllt. An eine Besteigung des 4.516 m hohen Chaloon war an diesem Tag nicht zu denken!
Also noch mal reinkuscheln in den Schlafsack und eine Mütze Schlaf nehmen. Ab acht Uhr gab es ein leckeres Frühstück (Brot/Joghurt/Marmelade/Honig); die leichte Kritik von Achim vom Vortag scheint gefruchtet zu haben. Und wieder Schafkopfen zu dritt im Zelt, wobei der Peter seinen „Wenz“ meist gewinnen konnte. Platzwechsel immer gleichzeitig, wie bereits beshrieben.

Dann endlich:
Die Sonne kommt durch und der Regen hört auf..... ohne lange Diskussion beschloß man vor dem Abstieg ins Tal noch eine kleine „Skitour“ zu machen. Die Rinne über dem High Camp bot nochmals ca. 350 HM zum Bewegen (Rinne ca. 40 - 42 Grad). Die Abfahrt erfolgte über weichen aber recht gut zu fahrenden Altschnee. Wir haben ein wenig gefilmt und dann doch sehr viel Spaß bei der Abfahrt gehabt. ..... vielleicht einfach ein wenig zu kurz für die „Steilwand-Mullas“.

Achim & Georg im Aufstieg
Achim & Georg im Aufstieg
Während unserer Rinnen-Abfahrt zog es aber bereits wieder zu und es war nur eine Frage der Zeit, wann der Regen einsetzen würde. Während wir noch unser Zeug packten und noch was tranken, kam gerade eine 5-köpfige Gruppe (4 Mann und 1 Frau) aus Österreich ins High Camp. Nach einem kurzen Ratsch verabschiedeten wir uns und begannen mit dem Abstieg. Nach 10 Minuten begann es wieder zu ... was wohl ... zu regnen. Nach einer guten Stunde erreichten wir ziemlich naß den Ausgangspunkt, wo unser Busfahrer auf uns wartete. Nach einer wackeligen 1-stündigen Rückfahrt ins Hotel hieß es erstmals: sortieren, trocknen, suchen, waschen und natürlich duschen.

Unser weiteres Gepäck von den Mulis war ebenfalls ziemlich naß und nun sieht das Zimmer entsprechend aus. Zum Mittagessen gab es ein gegrilltes Hühnchen mit Reis und Gurke sowie einen 0% Bier bzw. Radler, anschl. gab es noch einen Pulverkaffe. Am Nachmittag ruhen alle oder schlafen und ich schreibe mein Reisetagebuch. Kaum zu glauben, aber über den Reiseleiter erreichte mich ein Anruf von Farima Farzamfar, das ist die deutsch sprechende Frau unserer Argentur in Shiraz, die sich telefonisch nach unserem Befinden und der bisherigen Organisation unser Tour erkundigt hat!

Unser Nachmittags-Programm:

Gäste eines Everest-Bezwingers
Gäste eines Everest-Bezwingers
Unser Local-Mountain-Guide Rasul Naghavi (55 Jahre), das war der, der am ersten Tag im Längental-Kashgarak ständig eingesunken war und auch der der im Jahr 1998 den MT. EVEREST und den Gasherbrun bestieg, hat uns zu sich nach Hause zum Tee eingeladen, um uns seine Bilder/Story zu zeigen. (Achim: vielleicht bietet er uns auch einen Schnaps an.)

Gerne nehmen wir die Einladung an und freuen uns darauf welche Eindrücke wir mitnehmen dürfen. Mit unsren „Bergsport-Mühlbauer-Jacken“ bewaffnet sind wir mit unserem Team (Mr. Jafan / Mister Karimil / Mehdi Maleknia) losgefahren um die Gäste des Rasul Naghavi in seinem Haus zu sein. Der Gastgeber empfing uns in seinem Garten und bat uns in sein Haus. Wie es Landessitte ist haben wir an der Eingangstüre unsere Schuhe ausgezogen und sind unserem Gastgeber in den oberen Stock seines Hauses gefolgt. An der Eingangstüre zu den Wohnräumen hieß uns auch die Frau des Hauses willkommen; ein Händeschütteln mußte aus Landessitten-Gründen unterbleiben. Der erste Eindruck des Hauses war:
Unser Gastgeber ist sehr wohlhabend und seine Geschichte schmückt das großzügige Wohnzimmer. neben den großen Fotos seiner EVERST- und Gasherbrun II - Expeditionen waren vor allem Bergfotos seiner Heimat zu sehen. Mit Stolz zeigte er uns und erläuterte die jeweiligen Bilder. Neben Fotos waren auch Wimpel von Bergsteigern aus aller Welt zu sehen. Nebenbei gesagt: der sehr große Fernseher lief auch!

Rasul hat uns auf dem Boden (Perserteppich) einen wohlschmeckenden Tee serviert und in der Folge seine gesamten Bildbände und Gästebücher gezeigt. Dort waren z.T. sehr interessante Einträge zu finden z.B. von Peter Habeler, der seine Route durch die Wand des Alam Kuh beschrieben hat und sich beim Vater des Rasul Naghevi für seine Unterstützung bedankt hat (der Bericht stammt aus dem Jahr 1966).

Rasul auf dem Dach der Welt
Rasul auf dem Dach der Welt
Anmerkung zu Rasul und seinem Vater:
Der Vater von Rasul hatte schon den dt. Erstbegeher des Alam Kuh über die „Route Aleman“ im Jahr 1936 hier vor Ort unterstützt und war ebenfalls ein bekannter Bergsteiger. Rasul selbst war Mitglied einer iranischen Expedition die im Jahr 1998 den Mt. Everest bestiegen hat (laut der Fotos kamen 4 Mann auf den Gipfel). Sehr interessant waren die Fotos von der Verabschiedung durch die Landesführer und auch die Bilder seiner triumphalen Heimkehr in sein Heimatdorf Rudbarak.

Gruppenbild beim Abschied
Gruppenbild beim Abschied
In angenehmer Atmosphäre tauschten wir die eine oder andere Berggeschichte aus und übergaben unser Gastgeschenk; eine vom FC-Bayern München zur Verfügung gestellte Original-Autogrammkarte von Ali Karimi. Nach einem Gruppenfoto mit unserem Gastgeber verabschiedeten wir uns mit einem freundschaftlichen (3-fachen) Wangenkuss und einem Blickkontakt der Dankbarkeit von der Hausherrin, ohne ihr jedoch die Hand zu geben. Ein tolles Erlebnis die Gäste von Rasul gewesen zu sein!

Das Protz-Haus über Rudbarak gehört im übrigen dem geistlichen Oberhaupt dieser kleinen Stadt; wieder typisch, wie auch unser Reiseleiter findet! „Money rules the World ... auch im Iran. Und das Wetter? Was wohl? Es hat gerade mal wieder ein Gewitter in den Bergen und es schüttet was runter geht! Nachdem Abendessen (Hühnchen mit Reis) gab es am Abend wieder eine Schafkopfrunde mit den üblichen Sprüchen dazu! Noch Vor dem Schlafen hieß es für uns packen für den folgenden Transver-Tag. Gute Nacht!

Dienstag 01.05.07: Transver: Rudbarak - Rineh

Am Kaspischen Meer
Am Kaspischen Meer
Heute Nacht habe ich sehr schlecht geschlafen; um 1.30 Uhr war ich immer noch wach und ab 6.30 Uhr war ich dann endgültig wieder wach! Zum ersten Mal seit 3 Tagen war das Wetter wieder sehr schön, keine Wolke hat den Himmel getrübt. Vor dem Frühstück haben wir noch das Hauptgebäude des Mountain Camps besucht und Fotos sowie vor allem Karten angesehen. Nach einem sehr guten Frühstück hieß es gemütlich den Bus einräumen und um 9.45 Uhr sind wir weggefahren von den Takt-e-Souleman-Bergen durch ein wunderschönes Tal Richtung Kaspisches Meer. Die große Bautätigkeit in diesem Tal und die Fruchtbarkeit der Landschaft zeugt von einem relativen Reichtum dieser Gegend. An den Berghängen werden an immer mehr Sommer- und Ferienhäusen gebaut sowie auch einige Luxus-Häuser reicher Städter.

Durch eine enge Tallandschaft wechselnd mit grünen landwirtschaftlichen Flächen, vorbei an landestypischen Orten, geht es dem kaspischen Meer (ein großer Binnensee ohne Salzgehalt) entgegen. Im weiteren Verlauf der Fahrt führt uns die Reise entlang der Südküste des Kaspischen Meeres. Leider ist die Küste ziemlich verbaut und so hat man kaum einen Blick auf den Küstenabschnitt.Gegen Mittag freuten wir uns schon auf die Mittagspause und ein gutes Essen. Ein Restaurant in einer kleinen Feriensiedlung servierte uns eine kleine leckere Vorspeise und ein Mixed-Kebap (Spieß mit Hühner- und Lammfleisch) sowie ein Bier ohne Blei. (Essen und Getränke war auch diesmal in der Pauschalreise mit inkludiert). Nach dem Essen gingen wir noch zum Strand runter, wo wir Fotos machten, Steine suchten und der leichten Brandung lauschten.

Thomas & Willi in Rineh
Thomas & Willi in Rineh
Wie auf Bestellung kann auch noch eine Schulklasse (gemischt) vorbei, deren Freude am Strand förmlich zu spüren war; logisch daß wir dabei ein paar Schnappschüsse machen konnten. Alles einsteigen und weiter geht die Fahrt in unserem langsamen, zuverlässigen und zugigen Mercedes-Bus, weg von der Küste Richtung Süden zu unserem Ziel .... dem DEMAVEND.

Die Straße schlängelt sich über gut 120 km von Seehöhe - 35 bis hinauf auf +2000 m durch ein wildromatisches enges Tal, das der Schauplatz des Filmes „Durch das wilde Kurdistan“ sein hätte können. Steile Felswände, weiße Schneeberge, unten im Tal ein angeschwollener Fluß der die Wassermengen der letzten Tage Richtung Kaspisches Meer befördert und eine Straße die sich in den Hang krallt sind die Blickfänge unserer Neugierde.

Man kann nicht nachvollziehen, wie es funktioniert, aber irgendwie geht es doch ohne Verletzte und Tote bei diesem Verkehrsaufkommen und dieser Fahrweise. Eine letzte steile Abzweigung noch und der DEMAVEND taucht auf; in wenigen Minuten erreichen wir Rineh auf ca. 2000 m.

Unser Team aus Shiraz
Unser Team aus Shiraz
Im Rineh beziehen wir das dortige Mountain-Camp, eine ebenfalls wieder sehr schöne, warme Unterkunft mit freundlichem Personal. Der Chef ist ein ehemaliger 50-jähriger Sportlehrer und Bergführer, mit dem man auch wieder recht schnell ins Gespräch gekommen ist. Wie sich herausstellen sollte wird dieser unser Local-Guide am Demavend sein. Die letzten Deutschen hier in Rineh waren am 8. August 2006 zwei Bergsteiger aus Süddeutschland, die an diesem Tag mit ungefähr 200 Iranern (es war National-Feiertag) auf dem Gipfel des Demavend waren.

Nach dem Beziehen des Zimmers und dem Ausladen des Buses machten wir noch einen Spaziergang durch Rineh. Die Menschen sind neugierig auf uns Fremde, ohne daß sie aufdringlich waren. Wir werden angesprochen von Männern, Frauen schauen uns an und lächeln, manche winken..... insgesamt eine sehr, sehr angenehme freundschaftliche Atmosphäre.

Ein lebender „Kebap-Transport“ (Achim) kommt vorbei in Form eines Kleinlasters voll mit Schafen, eine Gruppe von Mädchen bzw. junger Frauen grüßen und winken uns zu und an den Fenstern sieht man Kinder, die neugierig zu uns runter blicken. Von vielen wird man gefragt, woher man kommt und jeder hier im Iran war noch sehr freundlichen zu uns. Deutsche und Österreicher sind im Vergleich zu Amerikanern und Engländern doch recht angesehen.

Die Abendsonne tauchte die Berge gegenüber in eine warme Farbe und der Vollmond geht auf. Morgen geht es um 7.00 Uhr los und der Wetterbericht ist gut angesagt für die nächsten beiden Tage. Wir werden versuchen, daß zu nutzen; und ohne Akklimatisation gleich am ersten möglichen Tag den Gipfelversuch starten. Ich habe ziemlichen Respekt vor dem Gipfeltag, aber ich hoffe, daß ich die nötigen Reserven mobilisieren kann.Die Stimmung ist gut in der Truppe, was natürlich an der Wetterbesserung und dem Gipfeltraum liegt.

Die Truppe beim Abendessen
Die Truppe beim Abendessen
Das Abendessen gab es dann beim Bruder unseres Lokal-Guides in dessen Haus, leckere Spaghetti, Salat und Joghurt bekamen wir serviert; die Menge war ausreichend und es schmeckte wirklich sehr sehr gut. Nach dem Essen durften wir die Gästebücher ansehen und der Achim sagt noch: „und jetzt den Eintrag vom Clemens finden...“.

Der Schorsch blättert um und fand den Eintrag vom Stechl Clemens & Leonhard Hager vom Mai 1970 und den Eintrag von Adam Thüringer aus dem August 1972. Das war wirklich eine schöne Überraschung; wir sind schon gespannt, was die sagen werden, wenn wir sie damit zu Hause überraschen werden. Nach dem Packen und einer Runde Schafkopf ging es an diesem Tag zeitig zu Bett, man wollte ausgeruht in die beiden Demavend-Tage gehen.

Mittwoch 02.05.07: Rineh - Bargah-e-Sewom

Die Gruppe vor dem Abmarsch
Die Gruppe vor dem Abmarsch
Mehdi wollte uns eigentlich um 6 Uhr wecken zum Frühstück und um 7.00 Uhr sollte es losgehen zu unserem Ziel, dem Demavand. Vor unserer Unterkunft konnte ich einen herrlischen Sonnenaufgang beobachten. Nach einem kurzen Frühstück mußten wir unser Gepäck von 5 St. auf 4 St. umsortieren, weil für uns nur 4 Träger zur Verfügung standen.

Dann ging es endlich los, wir bestiegen unseren betagten Mercedes-Bus mit den Trägern, unserem Team (RL Mehdi, unser BF Karami & dem Busfahrer) sowie dem von unserer Agentur wiederum angeheuerten Lokal-Guide Reza und fuhren los Richtung Moschee Gustandsara. Rineh liegt auf ca. 2.000 m so sollten ca. 950 HM auf einer Piste zurückgelegt werden, übrigens: bei bestem Wetter mit strahlendem Sonnenschein.

In einer Höhe von ca. 2.450 m war unsere Fahrt jedoch jäh beendet, ein Lawinenkegel machte ein Weiterkommen mit dem Fahrzeug unmöglich. Der Bus wurde ausgeräumt, die Lasten verteilt, die Skier auf unsere Rücksäcke geschnallt und so ging es jetzt zu Fuß weiter.

Moshee Gusfandsara auf 3.000 m
Moshee Gusfandsara auf 3.000 m
Halb über die Fahrstraße, halb über Trampelpfade, geht es nicht zu steil hinauf Richtung Moshee Gustandsara. Die Vegetation war in dieser Höhe noch nicht sehr weit, kürzlich lag hier noch durchgehend Schnee. Außer ein paar gelblichen Blümchen war nur Buschgras oder niedrige Dornensträucher zu sehen. Bei der Moschee Gustandsara machten wir eine kurze Rast und tranken etwas. Diese Moschee steht auf ca.3.000 m, sieht sehr gut aus mit seiner vergoldeten Kuppel und wird nebenbei wird diese auch als Bergsteigerunterkunft genutzt (Shelter 2).

Aufstieg ins High Camp
Aufstieg ins High Camp
Wir brechen wieder auf weil Reza eine große Gruppe iranischer Bergsteiger vor uns sieht und er wegen der Plätze im High Camp (Shelter 3) die unbedingt überholen möchte.Beidseitig des Weges tauchen die ersten Firnrinnen auf, ein Anschnallen der Skier machte natürlich noch keinen Sinn und so sind wir mit diesen auf dem Rucksack weiter nach oben gestiegen, schön langsam und kräftesparend. Jetzt geht es dann doch mit den Skiern weiter, ausrechend Schnee war nun vorhanden. Die Iraner waren schnell ein-/überholt und wir erreichten wir nach 5,5 Stunden unser Hochlager (Shelter 3) auf 4.150 m.

Wir haben an diesem Zustiegtag also ca. 1.700 HM zurückgelegt, keine Kleinigkeit wie ich finde und trotzdem sind wir nicht wirklich kaputt im Bargah-e-Sewom-Biwak angekommen. Wenn man bedenkt dass wir praktisch keine Akklimatisation hatten, war unser Befinden doch recht gut!

Gruppenfoto im High Camp
Gruppenfoto im High Camp
Die Hütte war wie erwartet recht einfach, das Tonnengewölbe aus Stein nahm mehrere Doppelstockbetten mit einem Mittelgang auf; insgesamt dürften hier ca. 20 bis 25 Personen Platz finden, wobei es dann schon sehr eng wird. Der Zustand der Hütte ist nicht mehr der beste, so wurden Fensterteile provisorisch mit Pappdeckel zugemacht und um die Hütte schaut es entsprechend aus, da hat schon lange niemand mehr aufgeräumt. Besserung ist auch hier in Sicht, oberhalb wird an einer neuen Unterkunft gearbeitet.

Nach dem Einrichten der Lager, uns 5 wurden die oberen Betten der linken Seite zugeteilt, stand Ausruhen auf dem Programm. Ein wenig sich in dem warmen Schlafsack verkriechen oder vor der Hütte mal die gegenüberliegenden Berge (Skitouren-Möglichkeiten in Hülle und Fülle) ansehen, so bekommt man den Nachmittag auch gut rum. Vor der Hütte blies allerdings ein sehr starker stürmischer Wind, der uns alles an Mützen und Jacken rauskramen lies, was wir hatten. Die Vandee-Jacke unseres Sponsors war hier wirklich sehr wertvoll. Nach ca. 2,5 Stunden kam dann unser junger Reiseleiter und unser Bergführer am Biwak an.

Donnerstag 03.05.07: Gipfeltag Demavend (5.571 m)

Aufstieg zum Gipfel
Aufstieg zum Gipfel
Bis ca. 3.00 Uhr morgens habe ich geschlafen wie ein Murmeltier, dann war der Schlaf nicht mehr so gut. Der Sturm peitschte immer noch um die Hütte und das machte mir dann schon ein wenig Sorgen.

Um kurz vor halb sechs Uhr morgens trieb mich meine volle Blase vor die Hütte und ich konnte mir nicht vorstellen, bei diesem Sturm/Wind zum Gipfel aufzubrechen. Nach einem zwar spartanischen aber doch guten Frühstück im Stehen sind wir dann um 6.30 Uhr aufgebrochen. Hinter der Hütte haben wir die Skier angeschnallt, die wir erst ca. 250 HM unterhalb des Gipfels wieder abschnallen sollten.

Ich habe mich gleich hinter dem Peter eingereiht und fand durch seine Gehweise recht schnell meinen Rhythmus, es ging besser als erwartet. nach ca. 250 HM legte der Schorsch in einer Höhe von ca. 4.350 m seine Harscheisen an und für mich war das die Gelegenheit zum ein noch stilleres Plätzchen als die Aufstiegsroute aufzusuchen. Zurück bei den Skiern machte ich mich mit meinen kameraden wieder auf den Weg.

Die letzten 200 HM zum Gipfel
Die letzten 200 HM zum Gipfel
Der Wind hat sich fast gänzlich gelegt und so war das gehen nur mit Windstopper (den sollte ich den ganzen Tag dann noch tragen) sehr angenehm. Über mir gehend war zuerst der Schorsch unterwegs und etwas unterhalb der Achim und der Peter, wieder mit etwas Abstand sind dann der Willi und ich gekommen. Im späteren Verlauf war auch der Achim mal vorne, aber die Route immer gut einsehbar und so konnte jeder seinen eigenen Rhythmus gehen. In recht steilen Hängen/Rinnen ging es immer weiter Richtung Gipfel und mit dem Willi bin ich einigermassen gleichbleibend aufgestiegen bis wir schließlich nach ca. 6 Stunden auf die anderen 3 beim Skidepot auf einer Höhe von ca. 5.470 m trafen, die Pause machten. Nach einem Riegel und etwas Tee machten wir uns alle 5 gemeinsam auf den Weg die letzten steilen 200 HM über Eis/Geröll/Schnee zu bewältigen.

Willi Gruber am Gipfel
Willi Gruber am Gipfel
Auf Steigeisen konnte man gänzlich verzichten; das gehen mit den Tourenstiefeln war gut!
Der Vulkan zeigte sich als solcher und seine Rauchschwaden bewegten sich im Wind. Während des Aufstieges bekam man immer eine Nase voll nach faulen Eier stinkenden Dampf zu spüren; das hätte beinahe dazu geführt sich zu übergeben. Sehr anstrengend waren diese letzten 200 HM weil man z.T. immer wieder zurückgerutscht ist und so auch doppelt nach mußte. Am Gipfelaufbau mußte dann noch zwischen den mit schwefelbesetzten Felsen durchgestiegen werden und dabei kleine Eis-/Schneeflächen queren.

Die 4 Oberbayern am Ziel!
Die 4 Oberbayern am Ziel!
Die letzten Meter und man steht auf dem Gipfel des Demavand (5.670 m). Der Gipfel der eigentlich gar kein Gipfel ist sondern ein Plateau bzw. sowas wie ein Krater mit umliegenden Erhöhungen/Felsen. Ein toller Blick bot sich auf das Umland, das Wetter war phantastisch und nach all der Anstrengung ein unbeschreibliches Gefühl für uns 5. Gipfel-Rast mit den obligatorischen Gipfelfotos, hier kam dann auch die mitgebrachte Bayerische Fahne zum Einsatz hinter der wir uns aufstellten und fotografieren ließen.

Schöne Skihänge für uns!
Schöne Skihänge für uns!
Weil es gar so nach Schwefel roch, brachen wir dann auch bald wieder auf und gingen zurück zum Skidepot. Die steilen Hänge hinunter zum Hochlager, es waren ja immerhin 1.400 HM, hielten recht gute Schneeverhältnisse für uns bereit. Griffiger gepreßter Pulverschnee wechselte mit aufgefirnten Hangabschnitten. Recht gut erholt konnte man die Abfahrt doch einigermaßen genießen. Das Filmen wurde dabei auch nicht vergessen und so war es eine tolle Abfahrt zum High-Camp auf 4.150 m. Im Hochlager war leider niemand mehr der uns mit Wasser versorgen hätte können und so fuhren wir weiter talabwärts in einer Rinne, die fast bis zur Moschee hinunter reichte.

Schließlich waren wir mit den Skiern ca. 2.300 HM abgefahren, wobei der Abschnitt vom Hochlager bis zur Moschee noch mal sehr gute zu fahrende Frühjahrs-Firn für uns bereit hielt. Etwas zu betreuen war der Achim, dem es magenmäßig nicht gut ging und dem es schlecht war. 150 HM über der Moschee war dann endgültig Schluß mit den Skiern. Wir bestücken unsere Rucksäcke mit den Skiern und gehen zu Fuß hinüber Richtung Moschee (30 min). Reza, unser Local-Guide kam überraschend zu uns und trug den Rucksack vom Achim.

Ein Blick zurück .....
Ein Blick zurück .....
Bei der Moschee hat der RL Mehdi auf uns gewartet und mit diesem sind wir dann zusammen bis auf ca. 2.570 m weiter abgestiegen bis zum wartenden Bus unseres Teams aus Shiraz. Die Bilanz an diesem langen Tag:  1.520  3.250
Zurück an der Unterkunft haben wir dann noch die 5-köpfige Österreicher-Gruppe getroffen für die es morgen zum Demavand hoch geht. Die 3 Österreicher vom High Camp haben es übrigens nicht zum Gipfel geschafft, an der Straße haben sie auf ihren Transport gewartet.

Das Abendessen (Huhn, Pommes, Reis, Joghurt, Bier) gab es wieder beim Bruder von Reza in bewährter Manier, das Essen war sehr gut wieder! Nach dem Essen ging es noch in ein Nachbardorf mit dem Namen „Hot Spring“ in ein persisches Bad mit einer heißen Quelle. Das war recht lustig mit Mehdi und Reza im Bad. Das Wasser war jedoch etwas zu heiß um ganz rein zu gehen; nur der Achim war mutig genug! Dann .... nur noch schlafen!

Freitag 04.05.07: Rineh - Teheran

Die Hauptstraße von Rineh
Die Hauptstraße von Rineh
Nach dem ich bereits um 5 Uhr aufgewacht bin und nicht mehr liegen konnte, bin ich aufgestanden und habe nach der Morgenzigarette begonnen mein Tagebuch der Reise der letzten beiden Tage zu vervollständigen. Zwischendurch den Sonnenaufgang beobachtet und auch das Erwachen der Stadt Rineh gesehen bzw. den Österreichern bei ihren Vorbereitungen zugesehen. Um 8.00 Uhr bin ich rechtzeitig zum Frühstück fertig geworden mit meinen Eintragungen der letzten beiden Tage. Jetzt war nur noch das Gepäck zu packen und die Atmosphäre Rinehs aufzunehmen.

Ich habe unserem Lokal-Guide Reza meine schon etwas betagten LOWA-Skistiefel geschenkt, worüber er sich sehr gefreut hat. Auch der Georg hat dies zum Anlaß genommen seine Tourenstiefel hier im Land zu lassen und sie auch Reza gegeben. Für Rezas Hüttenbuch mußte noch ein Eintrag gemacht werden, auch dann hieß es Abschied nehmen von Reza, vom Demavand und von Rineh.

Trotz Rezas Angebot doch noch 1 Tag für eine weitere Skitour zu bleiben, den Berg haben wir gesehen und das Angebot war schon verlockend, sind wir letztlich doch in unseren Bus gestiegen und nach Teheran aufgebrochen. Letztlich hatte von uns 5 keiner wirklich Lust nochmals in die Berge zu fahren und eine Skitour zu machen.

Teheran wird erreicht!
Teheran wird erreicht!
Über eine kleine Nebenstraße ging es zuerst etwas bergauf, vorbei an den vielen Tagesausflüglern, die mit ihren Familien in die Berge zum Picknicken gefahren sind, über eine paßähnliche Anhöhung zurück zur Hauptstraße. Den mächtigen Demavand in Sicht fahren wir auf der Hauptstraße in Richtung Teheran.

Unser Team mit Busfahrer, Bergführer und Reiseleiter hatte in diesem riesigen Molloch so seine Probleme den richtigen Weg ins Hotel zu finden und der starke „Sonntagsverkehr“ tat sein übriges, daß wir erst am frühen Nachmittag im Hotel in Teheran angekommen sind. Nach dem Mittagessen im Hotel (Kebap mit Bratkartoffeln) und einem Espresso in der Hotellobby hatten wir knapp 2,5 Stunden Zeit zum Entspannen, die ich nutzen wollte, mein Reisetagebuch weiterzuführen. Mein Körper hatte allerdings andere Pläne und so bin ich sofort eingeschlafen und habe mir 2 Stunden Schlaf von heute morgen zurückgeholt.

So schnell noch rasieren und duschen und dann los zu unserem Ausflug nach Darbant. Wieder durch den wilden Verkehr Teherans Richtung Norden nach Darbant in den Bergen über Teherans. Nach ca. 1,5 Stunden Fahrt sind wir in Darbant, einem Ausflugsziel der Teheraner angekommen.

Ausflug nach Darbant:

Abendessen in Darbant
Abendessen in Darbant
Landschaftlich sehr schön in den Bergen im Norden gelegen, am Fuße des Tochal-Berges und durch seine Höhenlage zwischen 1.800 und 2.200 m gelegen mit einem sehr angenehmen Klima. Im wesentlichen handelt es sich um eine Klamm auf deren beiden Seiten sich Restaurants und kleine Geschäfte (Obst, Süssigkeiten usw.9 aneinanderreihen. Im unteren Bereich ist die Lokaldichte sehr groß und je weiter man aufsteigt, um so natürlicher wird diese Klamm. Im oberen Bereich wird dieses enge Tal bewohnt und was man in der nacht so erkennen konnte ist dieser Fleck auch sehr idyllisch.

Wie in den Reiseführern bereits erwähnt, ziehen sich vor allem die jungen Leute aus der Hauptstadt in die Berge zurück um aus den Augen der „Sittenwächter“ und der eigenen Familie für ein Paar Stunden zu entfliehen. Dies hat uns Mehdi auch so bestätigt, wie die genannten Sittenwächter eigentlich aussehen wissen wir allerdings immer noch nicht. Eines ist jedoch festzustellen: dort in den Bergen geht es ein wenig lockerer zu und so sieht man junge Pärchen gemeinsam sitzen und die Kopfbedeckung fällt hier nochmals locker aus.

Stand in Darbant
Stand in Darbant
Nach einer Wanderung ( 300 HM) über einen Rundweg mit vielen schönen Ausblicken auf das beleuchtete Darbant und einen Teil Teherans haben wir eines der vielen Restaurants aufgesucht zum Abendessen. Kebap in verschiedenen Varianten gab es für uns und es hat wie schon gewohnt sehr gut geschmeckt. Wenn man das Lemon-Bier ohne Blei mit anderen Gedanken zu sich nimmt, dann ist es auch ganz gut trinkbar.

Eigentlich wollten wir unsere Truppe heute einladen, jedoch hieß es vom RL daß auch dieses Essen bereits im Reisepreis mit enthalten ist. Rückfahrt durch das immer noch sehr belebte Teheran, es ist jetzt schon nach 23.00 Uhr, mit dem schon vielbesagten Verkehr. Bei unserer Ankunft im Hotel war es dann auch schon 24.00 Uhr! Ein schöner Abend rundete auch diesen Reisetag nochmals ab und so konnte man den Gipfelerfolg am Demavend nochmals gemeinsam etwas feiern. So jetzt ist es 1.15 Uhr und ich werde jetzt auch ins Bett gehen! Gute Nach Teheran.

Samstag 05.05.07: Stadtbesichtigung Teheran

Der Park des Golestan-Palastes
Der Park des Golestan-Palastes
Um 8.00 Uhr sind wir zum Frühstück mit unserem Team verabredet; wir möchten uns von den Jungs aus Shiraz noch gebührend verabschieden und ihnen auch etwas Trinkgeld geben für ihren guten Job den sie die letzten 7 Tage gemacht haben. Nach dem Frühstück gab´s eine kurze Ansprache in der Hotellobby und jeder von uns bedankte sich mit seinen Worten bei unseren Betreuern. Zum Abschied musste der landestypische 3-fach-Wangen-Kuss gegeben werden und für jeden von den dreien gab es dann noch ein Trinkgeld mit auf ihren langen Weg zurück nach Shizaz (ca. 900 km) mit ihrem langsamen und zugigen Mercedes-Bus.

Unser neuer RL für diesen Tag in Teheran traf inzwischen ebenfalls in der Lobby ein und mit diesem wurde abgesprochen welche Besichtigungen gemacht werden sollten. Als erstes sind wir zum National-Museum Teherans aufgebrochen, in dem alte Funde aus der Zeit bis 5.000 v. Chr. ausgestellt sind. Originale aus Isfahan und allen sonstigen Ausgrabungsstätten des Landes wurden hier zusammengetragen.

Der Eingang zum Großen Basar
Der Eingang zum Großen Basar
Mit dem Bus ging es weiter zum Golestan-Palast der sich im „inneren Zentrum“ Teherans befindet. Die Palastgebäude aus den verschiedenen Epochen der iranischen/persischen Geschichte befinden sich in einem schönen Park. Die Vegetation spendet etwas Schatten und macht den Rundgang trotz der fast 28°C erträglich. Nach der Besichtigung des Golestan-Palastes sind wir zu Fuß zum nächsten Grossen Basar gegangen. Der Große Basar Teherans ist der größte seiner Art in der Welt und ist ebenso in die einzelnen Gewerbebereiche unterteilt wie andere vergl. Märkte.

Über dem Haupteingang wird der Markt über eine Treppe betreten und man taucht ein in eine andere Welt. Wie unzählige Iraner haben wir einen Teil der verschiedenen Bereiche besucht (Gold, Teppiche usw.) und den einen oder anderen Einkauf getätigt mit der Mithilfe unseres Reiseleiters. Auffallend war die Ungestörtheit mit der man sich durch die Gänge / Markthallen bewegen konnte; nicht vergleichbar mit den Städten Kairo oder Istanbul.

Pilgerstätte in Rineh
Pilgerstätte in Rineh
Im Bereich des Großen Basars liegt eine ehemalige Moschee, in der der Schrein eines „Heiligen Mannes“ verehrt wird. Der Gebäudekomplex besteht aus der eigentlichen Moschee mit dem Schrein um den die Gläubigen gehen und beten können, sowie einem großzügigen Innenhof zum verweilen. Mit unserem RL konnten wir die halle in der der Schrein aufgebaut ist besichtigen. Mich hat verwundert was wir alles sehen/betreten konnten.

Nach dem Besuch des Großen Bazars gings mit dem Auto zur alten damaligen Hauptstadt, einer Frühdynastie in der Stadt Rey im Süden von Teheran. Rey besitzt eine bekannte schiitische Pilgerstätte, die nur von Schiiten betreten werden kann. Die Außenanlagen sind für alle zugänglich und ein großzügiger Hof lädt zum Verweilen ein. Der Boden des Platzes ist mit Grabplatten aus verschiedenen Steinen versehen und auch hier können wir ungestört fotografieren und filmen. Das Mittagessen wurde einem Dachrestaurant mit Blick auf den Hauptplatz eingenommen (versch. landestypische Gerichte).

Georg mit Schulmädchen
Georg mit Schulmädchen
In Rey haben wir dann noch ein vorh. altes Stück der Stadtmauer besichtigt einschl. der daneben rekonstruierten Mauer. Der Platz auf der Mauer bzw. dem nebenstehenden Hügel lud zum Verweilen ein, ein leichter Wind und eine Aussicht auf einen Teil Teherans konnte genossen werden. Unter uns eine Art Spielplatz mit Wasserbecken und sonst. üblichen Spielgerät. Als wir vor der Abfahrt noch einen Tee am Kiosk (dieses Wort stammt übrigens aus dem persischen) getrunken haben geschah das mit dem man nun wirklich nicht rechnen konnte:

Ein paar Mädchen in Schuluniformen kamen zuerst etwas schüchtern dann immer intensiver auf uns zu und verwickelten uns in ein Frage-Antwort-Spiel in deren Verlauf wir die Attraktion wurden. Unter den Augen der fotografierenden Lehrerinnen und eines amüsierten Polizisten hatte so jeder auf diesem Platz seinen Spaß. Ein überraschender wunderschönes Erlebnis, das so nun überhaupt so nicht zu erwarten war!

Der Aufbruch zurück ins Hotel beendete diese wirklich sehr schöne, zufällig zustande gekommene Zusammenkunft. Im Hotel stand dann noch Packen und ein Spaziergang im Bereich unseres Hotels an (die Jungs haben in einem CD-Shop noch geeignete Musik gekauft). Nach dem Abendessen ging es nach einer Runde Schafkopf, es waren wirklich beschissene Karten bis auf das letzte Spiel, das der Willi und ich ohne Gegenwehr gewonnen haben, ins Bett zum Schlafen. Gute Nacht!

Sonntag 06.05.07: Heimflug

Bis zum nächsten mal!
Bis zum nächsten mal!
Um Mitternacht war die Nacht zu Ende und unser RL hat uns am Hotel abgeholt und zum Flughafen gebracht. Der Rückflug funktionierte programmgemäß und reibungslos. Nach der Abholung am Airport München ging es noch zum gemeinsamen essen bevor wir alle nach Hause entlassen wurden.

Fazit: Eine wunderbare unvergessliche Reise mit bleibenden Eindrücken!
Mein Dank gilt: Meiner Frau (die mich immer wieder losziehen lässt), den Jungs (für die schönen Tage), Farima Farzamfar und ihr Team aus Shiraz (Gashtours), Andi Riesner (Infos), Martin Bühlbauer und alle anderen die ihren Beitrag zum Erfolg dieser Reise beigetragen haben.

 
08.02.2012 21:40:01