Skitourenreise in den Iran
Die Reisegruppe am Flughafen
Anfang dieses Jahres stand der Plan den höchsten Berg der islamischen Republik Iran, der Demavend mit seinen 5.670 m, zu besteigen und von diesem höchsten asiatischen Vulkan mit Skiern abzufahren. Da eine Individual-/Gruppenreise derzeit aus politischen Gründen nicht bzw. kaum möglich ist, haben wir uns eine Argentur aus Shiraz (IranGashttours) für die Durchführung der Unternehmung kontaktiert. Die Flüge in den Iran wurden gebucht und die Visa-Beantragung klappte reibungslos. Mit den etwas fragwürdigen Blicken unserer Familienmitglieder und unserer Freunde ging es Ende April endlich los an den Golf.
Donnerstag 26.04.07: Flug von München nach Teheran
Vor dem Shah-Palast in Teheran
Freitag 27.04.07: Teheran & Paläste
Die Revolutionshelden des Iran
Wir passierten die letzte Einreisekontrolle, unser Gepäck wurde nochmals teilweise durchleuchtet. Am Ausgang des Khomeini-Airports erwartete uns bereits unser deutschsprachiger Reiseleiter Navid Kashani, der ein Schild mit meinem Namen hoch hielt. Um 3 Uhr morgens herrschte am Flughafen bereits mächtig viel Treiben, sehr viele Menschen und ebenso viele Autos waren in Bewegung. Die Fahrt ins Hotel war kürzer als gedacht, der Airport liegt durch das ständige Wachsen der Stadt bereits mitten in Teheran. Unsere Fahrt ins Hotel führte uns noch vorbei am beleuchteten Wahrzeichen Teherans.
Das Hotel ist erreicht und auch da scheinen wir einen guten Griff gemacht zu haben, unsere Argentur IranGashttours hat uns da ein recht schönes Hotel ausgesucht. Nach dem Aus-schalten der Klimaanlage (laut, zugig) bin ich dann gegen 4 Uhr 15 Uhr ins Bett und sofort eingeschlafen.
Teheran & Paläste
Der grüne Palast
Der Freitag ist der „Sonntag im Islam“, entsprechend ruhig ist es auf den Straßen vor dem Hotel; alle scheinen noch zu schlafen oder aus der Stadt geflüchtet zu sein. Unser Reise-leiter Navid Kashani holt uns im Hotel ab und fragt uns was wir uns an diesem 1.Tag in Teheran ansehen möchten. Zur Debatte standen Museumsbesuche oder die Paläste im Norden von Teheran. Nach kurzer Diskussion kommt vom Peter eine ganz spontane Antwort: „Oids Zeig hob i dahoam a!“ .... also geht es in den Norden Teherans zur Besichti-gung von 2 Shah-Palästen.
Diese beiden Paläste (Güner Palast und weißer Palast) waren die Sommerresidenz der Shah-Familie und sind eingebettet in einer wunderschönen und großzügig dimensionierten Parkanlage. Im Inneren der Gebäude war der pure Luxus zu sehen; die jüngere Geschichte in diesen Räumen konnte man förmlich spüren. Vor dem Weißen Palast ist die in der Revolution beschädigte Bronzestatue Reza Shah´s zu sehen. Statuen von Herrschern werden, wie auch im Irak bei Saddam Hussein gesehen, gerne nach deren Absetzung zerstört.
Nach der Besichtigung dieser sehr schönen Palastanlage, neben den vielen einheimischen Besuchern waren wir an diesem Tag die einzigen Touristen dort, besuchten wir ein einstmals außerhalb Teheran´s gelegenes Ausflugslokal. Durch das ständige unkontrollierte Wachstum dieser inzwischen ca. 14 Millionen zählenden Mega-City liegt dieses Ausflugslokal bereits im Stadtbereich von Teheran aber trotzdem hat dieser Ort nichts von seiner Anziehungskraft für die Iraner verloren. Ganze Familien nutzten der Freitag hier zu speisen und ein paar ruhige Stunden zu verbringen. Zum Verweilen standen viele kleinere Bühnen zur Verfügung auf denen in landestypischer Art Teppiche ausgerollt waren; serviert wurde ein persisches Menü in einzigartiger Atmosphäre. Das Essen (verschiedene Fleischspieße, Joghurt, Soßen, Fladenbrot usw.) schmeckte sehr gut.
Transver nach Rudbarak
Auf der Fahrt nach Rudbarak!
Nachdem Umladen der kompletten Ausrüstung ging es mit neuem Fahrzeug los Richtung Berge, wobei wir ein Problem hinsichtlich der Reiseroute hatten. Die Passstrasse aus direktem Wege nach Rudbarak war durch einen Murenabgang unpassierbar/gesperrt und so mussten wir einen Rießen-Umweg fahren. Anstelle der veranschlagten 4-5 Stunden sind es laut Auskunft unseres Teams nun mind. 8-9 Stunden; dass es dann letztendlich genau 13 Stunden waren die wir nach Rudbarak unterwegs waren konnte man zu diesem Zeitpunkt nicht abschätzen.
Fahrt nach Rudbarak (Teil 2)
Unser betagter Mercedes-Bus
Am spätern Nachmittag setzte Regen ein der uns die ganze Fahrt hindurch begleiten sollte. Um 6 Uhr Abends gab es eine kurze Teepause und um 22 Uhr eine längere Pause zum Abendessen am Kaspischen Meer. Eine Unterbrechung mit einer Übernachtung am Kaspischen Meer wollten wir nicht, da es ansonsten zu Programmverschiebungen gekommen wäre und so ist der Busfahrer weiter gefahren Richtung Bergsteiger-Camp in Rudbarak. Wenn man sich vorstellt dass er schon vorher die ca. 900 km Strecke von Shiraz nach Teheran unterwegs war, dann hat der Busfahrer eine Wahnsinns-Leistung gebracht. Vom Kaspischen Mehr (-35 m) geht es ab Mitternacht hoch in die Tact-e-Souleyman-Berge nach Rudbarak auf ca. 1.600 m.
Auf den Straßen herrschte in beiden Richtungen ein scheinbar unendlicher Verkehr trotz oder vielleicht wegen des freien Freitages. Der BENZINPREIS mit ca. umgerechneten 7 Cent je Liter ist unglaublich billig. Bei den beiden Pausen haben wir sehr freundliche Menschen kennen gelernt, mit denen man sehr schnell in Kontakt gekommen ist. Die Frauen sind allesamt nur teilweise verschleiert und tragen lediglich ein mehr oder weniger lediglich großes Kopftusch und man wird sogar von Ihnen angesprochen, was ich nun gar nicht erwartet hätte. Die Iraner sind freundliche Gastgeber, die sich für ihre „Gäste“ interessieren, ohne aufdringlich zu sein. Das Land und seine Bevölkerung ist wohlhabender/offener als das in Europa transportiert wird. Es gibt keine Kontrollen und es scheint sicherer und legerer zu sein als vor 2 Jahren im Kaukasus.
Um 4 Uhr morgens, wieder war es für uns so spät/früh geworden, haben wir endlich unser Ziel erreicht. Die Fahrt von Teheran nach Rudbarak dauerte letztlich genau 13 Stunden!
Samstag 28.04.07: Mountain Camp in Rudbarak
Aufszieg High Camp Chaloon
Den örtlichen Trägern bzw. den Mulis hat unser Bergführer für diesen Tag bereits abgesagt wegen des schlechten Wetters. Erleichtert war man zu erfahren, daß es für den Aufstieg ins High-Camp im Tangeh Galou-Tal nun doch Mulis zur Verfühgung stehen und man somit lediglich mit leichtem Marschgepäck (Tagesausrüstung + Ski + Pickel + Steigeisen) losgehen kann.
Nach kurzer Diskussion setzte sich auch bei allen Teilnehmern die Erkenntnis durch, nicht bei Regen ins High Camp aufzusteigen und noch 1 Tag hier auf 1.600 m in unserem komfortablen Camp (schöne 2-Bett-Zimmer / Bad mit einer heißen Dusche und Sitz-WC / Gemeinschaftsraum / Küche) zu verbringen. Ausschlaggebend daß wir uns zu dieser Variante durchgerungen haben, war die Tatsache, am nächsten Tag mit leichten Rucksack aufzusteigen und dann weiter zugehen um den geplanten Gipfel doch noch machen zu können, wobei dann ca. 2.200 HM zu bewältigen wären. Die Wetteraussichten sagen eine Wetterbesserung ab der Nacht zum Sonntag voraus, was uns natürlich entspr. Hoffnung macht.
Samstag 28.04.07: Mountain Camp in Rudbarak
Mulis zum Transport
Ein gutes Mittagessen mit Hühnchenfilet/Gurken/Erbsen und Brot und Wetterbeobachtungen vor der Türe mit erster Sicht von Schneebergen vertrieb uns die Zeit, zumal man ja auch noch am Nachmittag Kaffeetrinken konnte. Die mitgenommenen Spielkarten erwiesen sich jetzt als enorm wichtig und wir eröffneten kurzerhand ein „Schafkopf-Trainings-Camp“ mit den Lehrern Schorsch und Achim sowie den gelehrigen Schülern Willi und Peter. Ansonsten gab es halt: Wetter-Schauen-Gehen und Nescafe trinken.
Nach einer kurzen Aufhellung, wo man die weißen Berge und viel Schnee gesehen hat, schüttet es seit 4.00 Uhr in Strömen und man kann sich gar nicht vorstellen, in 13 Stunden loszufahren. Der Regen wird immer stärker! Ich hab mir im zugigen Bus während der 13-stündigen Fahrt den Rücken verkühlt und konnte mich nur sehr schwer bewegen; so gab es Dehnübungen für mich von unserem Physiotherapeuten Achim.
Nachdem Abendessen und einer heißen Dusche gingen wir an diesem Tag mal etwas früher Schlafen; nicht erst um 4 Uhr morgens!
Sonntag 29.04.07: Tangeh Galou Tal
Aufstieg ins Tangeh Galou Tal
Wetter: Sonnenschein mit Restbewölkung
Das Wecken durch unser Team erfolgte um 5.00 Uhr morgens und ab 5 Uhr 30 gab es Frühstück. Die Abfahrt erfolgte um 6 Uhr mit unserem Bus. Bereits vorher wurden die Packsäcke für die Mulis von einem anderen Wagen abgeholt. Unser Bus führ mit entspr. langsamen Tempo die Straße hinauf in das Tangeh Galou Tal; es war schon erstaunlich was dieser betagte Mercedes Bus so alles wegstecken kann. Auf einer Höhe von ca. 2.300 m war dann letztlich Schluß, eine nicht befahrbare Brücke und Lawinenkegel verhinderten ein Weiterkommen.
Wir sind ausgestiegen und haben den Bus ausgeladen, während die bereitstehenden Mulis bereits beladen wurden. Als Organisator der Mulis war ein örtlicher Guide da, auf den man später noch zu sprechen kommen wird. Bei bestem Wetter begann der Aufstieg durch ein sehr enges landschaftlich wunderschönes Tal. Links und rechts steigen die Flanken der 4.000-der der Takt-e-Souleman-Berge empor und in uns steigt die Stimmung mit jedem weiteren zurückgelegten Höhenmeter.
High Camp Tangeh Galou Tal
Die Höhenwinde der Gipfel drücken von Süden her schlechteres Wetter in das Tal und so zog es sich langsam zu; die Gipfel verschwanden in dichtem Nebel aus dem es dann auch zu graupeln bzw. zu regnen begann. Nachdem wir ca. 1 Stunde im Regen marschiert sind und ich langsam ziemlich naß geworden bin, entschloß ich mich auf ca. 3.150 m allein umzukehren. Der Entschluß fiel mir nicht all zu schwer, weil es für mich in diesem Moment klar war dass wir den Lashgarak-Gipfel auf über 4.256 m an diesem Tag eh nicht mehr erreichen würden. Mit mir ist auch unser Lokal-Guide umgekehrt; jedoch während ich mit Skiern abfahren konnte musste sich dieser zurück ins High-Camp wühlen.
Thomas bei der Abfahrt
Zurück am Camp haben dann der Willi und der Achim als Zuckerl noch eine Firnrinne oberhalb unseres Camps erstiegen (ca. 350 HM in 45 min und eine Abfahrt bei der der Schnee ganz gut war). Nach dieser kurzen Wetterbesserung ab 13 Uhr begann es ab 15 Uhr 30 sich das Wetter erheblich zu verschlechtern; ab 16.30 Uhr regnete es wieder und es sah nicht gut aus für den morgigen Tag am Chaloon. Durch den Regen war man dann auch gezwungen in den Zelten (es waren nagelneue Expeditionszelte) zu bleiben.
Die Berge in Tangeh-Galou-Tal sehen ganz phantastisch aus, sie reichen locker für 1 ganze Skitourenwoche, vorausgesetzt das Wetter passt und der Schnee ist passabel. Sehr steile Flanken und steile Aufstiege - eine hochalpine Landschaft, die an die Alpen ein wenig erinnert. Wegen der Ähnlichkeit des Aufstieges zum Langentaler im Sellrain wurde der Lashgarak kurzerhand in „Längentaler-Lashgarak“ umgetauft!
Berg im Tangeh Galou Tal
Zum Abendessen gibt es Nudeln mit (Essig-)Gurke und Obst für jeden; für die Berge ein ordentliches Abendessen. Platz finden war für mich eine nicht allzu leichte Mission..... der Achim und Peter machten wir dann ein wenig Platz, so daß ich über ca. 35 cm Breite verfügen konnte; in meiner Luftmatratze entwich die Luft – na dann viel Spaß heut Nacht!
Abendprogramm im Zelt:
3-er Schafkopf im 2-Mann-Zelt mit Peter und Achim mit vielen Konstellationen....... einfach zum kaputtlachen .... wir hatten sehr viel Spaß im Zelt: Pllatzwechsel gleichzeitig von links nach rechts oder umgekehrt. Draussen war ein Gewitter mit z.T. heftigen Donnerschlägen und heftigen Blitzen. Der Peter hat einen ca. 10-ltr.-Kulturbeutel dabei, randvoll mit allen nötigen und manchen unnötigen Utensilien war.... sogar ein Akku-Rasierer hat da Platz gefunden und die Zahnbürste von Achim.
„So jetzt mach ich mir mein Kuschelnest“ sagt der Peter und begann zum wiederholten Mal rumzukramen ..... der Achim und ich bogen uns vor Lachen; die Tränen flossen reichlich! Die Nacht war ganz gut, mit einer Schlaftablette habe ich sogar einschlafen können bei meinen zugewiesenen 35 cm Platz.
Montag 30.04.07: Tangeh Galou Tal
Aufstieg in die Rinne
Also noch mal reinkuscheln in den Schlafsack und eine Mütze Schlaf nehmen. Ab acht Uhr gab es ein leckeres Frühstück (Brot/Joghurt/Marmelade/Honig); die leichte Kritik von Achim vom Vortag scheint gefruchtet zu haben. Und wieder Schafkopfen zu dritt im Zelt, wobei der Peter seinen „Wenz“ meist gewinnen konnte. Platzwechsel immer gleichzeitig, wie bereits beshrieben.
Dann endlich:
Die Sonne kommt durch und der Regen hört auf..... ohne lange Diskussion beschloß man vor dem Abstieg ins Tal noch eine kleine „Skitour“ zu machen. Die Rinne über dem High Camp bot nochmals ca. 350 HM zum Bewegen (Rinne ca. 40 - 42 Grad). Die Abfahrt erfolgte über weichen aber recht gut zu fahrenden Altschnee. Wir haben ein wenig gefilmt und dann doch sehr viel Spaß bei der Abfahrt gehabt. ..... vielleicht einfach ein wenig zu kurz für die „Steilwand-Mullas“.
Achim & Georg im Aufstieg
Unser weiteres Gepäck von den Mulis war ebenfalls ziemlich naß und nun sieht das Zimmer entsprechend aus. Zum Mittagessen gab es ein gegrilltes Hühnchen mit Reis und Gurke sowie einen 0% Bier bzw. Radler, anschl. gab es noch einen Pulverkaffe. Am Nachmittag ruhen alle oder schlafen und ich schreibe mein Reisetagebuch. Kaum zu glauben, aber über den Reiseleiter erreichte mich ein Anruf von Farima Farzamfar, das ist die deutsch sprechende Frau unserer Argentur in Shiraz, die sich telefonisch nach unserem Befinden und der bisherigen Organisation unser Tour erkundigt hat!
Unser Nachmittags-Programm:
Gäste eines Everest-Bezwingers
Gerne nehmen wir die Einladung an und freuen uns darauf welche Eindrücke wir mitnehmen dürfen. Mit unsren „Bergsport-Mühlbauer-Jacken“ bewaffnet sind wir mit unserem Team (Mr. Jafan / Mister Karimil / Mehdi Maleknia) losgefahren um die Gäste des Rasul Naghavi in seinem Haus zu sein. Der Gastgeber empfing uns in seinem Garten und bat uns in sein Haus. Wie es Landessitte ist haben wir an der Eingangstüre unsere Schuhe ausgezogen und sind unserem Gastgeber in den oberen Stock seines Hauses gefolgt. An der Eingangstüre zu den Wohnräumen hieß uns auch die Frau des Hauses willkommen; ein Händeschütteln mußte aus Landessitten-Gründen unterbleiben. Der erste Eindruck des Hauses war:
Unser Gastgeber ist sehr wohlhabend und seine Geschichte schmückt das großzügige Wohnzimmer. neben den großen Fotos seiner EVERST- und Gasherbrun II - Expeditionen waren vor allem Bergfotos seiner Heimat zu sehen. Mit Stolz zeigte er uns und erläuterte die jeweiligen Bilder. Neben Fotos waren auch Wimpel von Bergsteigern aus aller Welt zu sehen. Nebenbei gesagt: der sehr große Fernseher lief auch!
Rasul hat uns auf dem Boden (Perserteppich) einen wohlschmeckenden Tee serviert und in der Folge seine gesamten Bildbände und Gästebücher gezeigt. Dort waren z.T. sehr interessante Einträge zu finden z.B. von Peter Habeler, der seine Route durch die Wand des Alam Kuh beschrieben hat und sich beim Vater des Rasul Naghevi für seine Unterstützung bedankt hat (der Bericht stammt aus dem Jahr 1966).
Rasul auf dem Dach der Welt
Der Vater von Rasul hatte schon den dt. Erstbegeher des Alam Kuh über die „Route Aleman“ im Jahr 1936 hier vor Ort unterstützt und war ebenfalls ein bekannter Bergsteiger. Rasul selbst war Mitglied einer iranischen Expedition die im Jahr 1998 den Mt. Everest bestiegen hat (laut der Fotos kamen 4 Mann auf den Gipfel). Sehr interessant waren die Fotos von der Verabschiedung durch die Landesführer und auch die Bilder seiner triumphalen Heimkehr in sein Heimatdorf Rudbarak.
Gruppenbild beim Abschied
Das Protz-Haus über Rudbarak gehört im übrigen dem geistlichen Oberhaupt dieser kleinen Stadt; wieder typisch, wie auch unser Reiseleiter findet! „Money rules the World ... auch im Iran. Und das Wetter? Was wohl? Es hat gerade mal wieder ein Gewitter in den Bergen und es schüttet was runter geht! Nachdem Abendessen (Hühnchen mit Reis) gab es am Abend wieder eine Schafkopfrunde mit den üblichen Sprüchen dazu! Noch Vor dem Schlafen hieß es für uns packen für den folgenden Transver-Tag. Gute Nacht!
Dienstag 01.05.07: Transver: Rudbarak - Rineh
Am Kaspischen Meer
Durch eine enge Tallandschaft wechselnd mit grünen landwirtschaftlichen Flächen, vorbei an landestypischen Orten, geht es dem kaspischen Meer (ein großer Binnensee ohne Salzgehalt) entgegen. Im weiteren Verlauf der Fahrt führt uns die Reise entlang der Südküste des Kaspischen Meeres. Leider ist die Küste ziemlich verbaut und so hat man kaum einen Blick auf den Küstenabschnitt.Gegen Mittag freuten wir uns schon auf die Mittagspause und ein gutes Essen. Ein Restaurant in einer kleinen Feriensiedlung servierte uns eine kleine leckere Vorspeise und ein Mixed-Kebap (Spieß mit Hühner- und Lammfleisch) sowie ein Bier ohne Blei. (Essen und Getränke war auch diesmal in der Pauschalreise mit inkludiert). Nach dem Essen gingen wir noch zum Strand runter, wo wir Fotos machten, Steine suchten und der leichten Brandung lauschten.
Thomas & Willi in Rineh
Die Straße schlängelt sich über gut 120 km von Seehöhe - 35 bis hinauf auf +2000 m durch ein wildromatisches enges Tal, das der Schauplatz des Filmes „Durch das wilde Kurdistan“ sein hätte können. Steile Felswände, weiße Schneeberge, unten im Tal ein angeschwollener Fluß der die Wassermengen der letzten Tage Richtung Kaspisches Meer befördert und eine Straße die sich in den Hang krallt sind die Blickfänge unserer Neugierde.
Man kann nicht nachvollziehen, wie es funktioniert, aber irgendwie geht es doch ohne Verletzte und Tote bei diesem Verkehrsaufkommen und dieser Fahrweise. Eine letzte steile Abzweigung noch und der DEMAVEND taucht auf; in wenigen Minuten erreichen wir Rineh auf ca. 2000 m.
Unser Team aus Shiraz
Nach dem Beziehen des Zimmers und dem Ausladen des Buses machten wir noch einen Spaziergang durch Rineh. Die Menschen sind neugierig auf uns Fremde, ohne daß sie aufdringlich waren. Wir werden angesprochen von Männern, Frauen schauen uns an und lächeln, manche winken..... insgesamt eine sehr, sehr angenehme freundschaftliche Atmosphäre.
Die Abendsonne tauchte die Berge gegenüber in eine warme Farbe und der Vollmond geht auf. Morgen geht es um 7.00 Uhr los und der Wetterbericht ist gut angesagt für die nächsten beiden Tage. Wir werden versuchen, daß zu nutzen; und ohne Akklimatisation gleich am ersten möglichen Tag den Gipfelversuch starten. Ich habe ziemlichen Respekt vor dem Gipfeltag, aber ich hoffe, daß ich die nötigen Reserven mobilisieren kann.Die Stimmung ist gut in der Truppe, was natürlich an der Wetterbesserung und dem Gipfeltraum liegt.
Die Truppe beim Abendessen
Der Schorsch blättert um und fand den Eintrag vom Stechl Clemens & Leonhard Hager vom Mai 1970 und den Eintrag von Adam Thüringer aus dem August 1972. Das war wirklich eine schöne Überraschung; wir sind schon gespannt, was die sagen werden, wenn wir sie damit zu Hause überraschen werden. Nach dem Packen und einer Runde Schafkopf ging es an diesem Tag zeitig zu Bett, man wollte ausgeruht in die beiden Demavend-Tage gehen.
Mittwoch 02.05.07: Rineh - Bargah-e-Sewom
Die Gruppe vor dem Abmarsch
Dann ging es endlich los, wir bestiegen unseren betagten Mercedes-Bus mit den Trägern, unserem Team (RL Mehdi, unser BF Karami & dem Busfahrer) sowie dem von unserer Agentur wiederum angeheuerten Lokal-Guide Reza und fuhren los Richtung Moschee Gustandsara. Rineh liegt auf ca. 2.000 m so sollten ca. 950 HM auf einer Piste zurückgelegt werden, übrigens: bei bestem Wetter mit strahlendem Sonnenschein.
In einer Höhe von ca. 2.450 m war unsere Fahrt jedoch jäh beendet, ein Lawinenkegel machte ein Weiterkommen mit dem Fahrzeug unmöglich. Der Bus wurde ausgeräumt, die Lasten verteilt, die Skier auf unsere Rücksäcke geschnallt und so ging es jetzt zu Fuß weiter.
Moshee Gusfandsara auf 3.000 m
Aufstieg ins High Camp
Wir haben an diesem Zustiegtag also ca. 1.700 HM zurückgelegt, keine Kleinigkeit wie ich finde und trotzdem sind wir nicht wirklich kaputt im Bargah-e-Sewom-Biwak angekommen. Wenn man bedenkt dass wir praktisch keine Akklimatisation hatten, war unser Befinden doch recht gut!
Gruppenfoto im High Camp
Nach dem Einrichten der Lager, uns 5 wurden die oberen Betten der linken Seite zugeteilt, stand Ausruhen auf dem Programm. Ein wenig sich in dem warmen Schlafsack verkriechen oder vor der Hütte mal die gegenüberliegenden Berge (Skitouren-Möglichkeiten in Hülle und Fülle) ansehen, so bekommt man den Nachmittag auch gut rum. Vor der Hütte blies allerdings ein sehr starker stürmischer Wind, der uns alles an Mützen und Jacken rauskramen lies, was wir hatten. Die Vandee-Jacke unseres Sponsors war hier wirklich sehr wertvoll. Nach ca. 2,5 Stunden kam dann unser junger Reiseleiter und unser Bergführer am Biwak an.
Donnerstag 03.05.07: Gipfeltag Demavend (5.571 m)
Aufstieg zum Gipfel
Um kurz vor halb sechs Uhr morgens trieb mich meine volle Blase vor die Hütte und ich konnte mir nicht vorstellen, bei diesem Sturm/Wind zum Gipfel aufzubrechen. Nach einem zwar spartanischen aber doch guten Frühstück im Stehen sind wir dann um 6.30 Uhr aufgebrochen. Hinter der Hütte haben wir die Skier angeschnallt, die wir erst ca. 250 HM unterhalb des Gipfels wieder abschnallen sollten.
Ich habe mich gleich hinter dem Peter eingereiht und fand durch seine Gehweise recht schnell meinen Rhythmus, es ging besser als erwartet. nach ca. 250 HM legte der Schorsch in einer Höhe von ca. 4.350 m seine Harscheisen an und für mich war das die Gelegenheit zum ein noch stilleres Plätzchen als die Aufstiegsroute aufzusuchen. Zurück bei den Skiern machte ich mich mit meinen kameraden wieder auf den Weg.
Die letzten 200 HM zum Gipfel
Willi Gruber am Gipfel
Der Vulkan zeigte sich als solcher und seine Rauchschwaden bewegten sich im Wind. Während des Aufstieges bekam man immer eine Nase voll nach faulen Eier stinkenden Dampf zu spüren; das hätte beinahe dazu geführt sich zu übergeben. Sehr anstrengend waren diese letzten 200 HM weil man z.T. immer wieder zurückgerutscht ist und so auch doppelt nach mußte. Am Gipfelaufbau mußte dann noch zwischen den mit schwefelbesetzten Felsen durchgestiegen werden und dabei kleine Eis-/Schneeflächen queren.
Die 4 Oberbayern am Ziel!
Schöne Skihänge für uns!
Schließlich waren wir mit den Skiern ca. 2.300 HM abgefahren, wobei der Abschnitt vom Hochlager bis zur Moschee noch mal sehr gute zu fahrende Frühjahrs-Firn für uns bereit hielt. Etwas zu betreuen war der Achim, dem es magenmäßig nicht gut ging und dem es schlecht war. 150 HM über der Moschee war dann endgültig Schluß mit den Skiern. Wir bestücken unsere Rucksäcke mit den Skiern und gehen zu Fuß hinüber Richtung Moschee (30 min). Reza, unser Local-Guide kam überraschend zu uns und trug den Rucksack vom Achim.
Ein Blick zurück .....
Zurück an der Unterkunft haben wir dann noch die 5-köpfige Österreicher-Gruppe getroffen für die es morgen zum Demavand hoch geht. Die 3 Österreicher vom High Camp haben es übrigens nicht zum Gipfel geschafft, an der Straße haben sie auf ihren Transport gewartet.
Das Abendessen (Huhn, Pommes, Reis, Joghurt, Bier) gab es wieder beim Bruder von Reza in bewährter Manier, das Essen war sehr gut wieder! Nach dem Essen ging es noch in ein Nachbardorf mit dem Namen „Hot Spring“ in ein persisches Bad mit einer heißen Quelle. Das war recht lustig mit Mehdi und Reza im Bad. Das Wasser war jedoch etwas zu heiß um ganz rein zu gehen; nur der Achim war mutig genug! Dann .... nur noch schlafen!
Freitag 04.05.07: Rineh - Teheran
Die Hauptstraße von Rineh
Ich habe unserem Lokal-Guide Reza meine schon etwas betagten LOWA-Skistiefel geschenkt, worüber er sich sehr gefreut hat. Auch der Georg hat dies zum Anlaß genommen seine Tourenstiefel hier im Land zu lassen und sie auch Reza gegeben. Für Rezas Hüttenbuch mußte noch ein Eintrag gemacht werden, auch dann hieß es Abschied nehmen von Reza, vom Demavand und von Rineh.
Trotz Rezas Angebot doch noch 1 Tag für eine weitere Skitour zu bleiben, den Berg haben wir gesehen und das Angebot war schon verlockend, sind wir letztlich doch in unseren Bus gestiegen und nach Teheran aufgebrochen. Letztlich hatte von uns 5 keiner wirklich Lust nochmals in die Berge zu fahren und eine Skitour zu machen.
Teheran wird erreicht!
Unser Team mit Busfahrer, Bergführer und Reiseleiter hatte in diesem riesigen Molloch so seine Probleme den richtigen Weg ins Hotel zu finden und der starke „Sonntagsverkehr“ tat sein übriges, daß wir erst am frühen Nachmittag im Hotel in Teheran angekommen sind. Nach dem Mittagessen im Hotel (Kebap mit Bratkartoffeln) und einem Espresso in der Hotellobby hatten wir knapp 2,5 Stunden Zeit zum Entspannen, die ich nutzen wollte, mein Reisetagebuch weiterzuführen. Mein Körper hatte allerdings andere Pläne und so bin ich sofort eingeschlafen und habe mir 2 Stunden Schlaf von heute morgen zurückgeholt.
So schnell noch rasieren und duschen und dann los zu unserem Ausflug nach Darbant. Wieder durch den wilden Verkehr Teherans Richtung Norden nach Darbant in den Bergen über Teherans. Nach ca. 1,5 Stunden Fahrt sind wir in Darbant, einem Ausflugsziel der Teheraner angekommen.
Ausflug nach Darbant:
Abendessen in Darbant
Wie in den Reiseführern bereits erwähnt, ziehen sich vor allem die jungen Leute aus der Hauptstadt in die Berge zurück um aus den Augen der „Sittenwächter“ und der eigenen Familie für ein Paar Stunden zu entfliehen. Dies hat uns Mehdi auch so bestätigt, wie die genannten Sittenwächter eigentlich aussehen wissen wir allerdings immer noch nicht. Eines ist jedoch festzustellen: dort in den Bergen geht es ein wenig lockerer zu und so sieht man junge Pärchen gemeinsam sitzen und die Kopfbedeckung fällt hier nochmals locker aus.
Stand in Darbant
Eigentlich wollten wir unsere Truppe heute einladen, jedoch hieß es vom RL daß auch dieses Essen bereits im Reisepreis mit enthalten ist. Rückfahrt durch das immer noch sehr belebte Teheran, es ist jetzt schon nach 23.00 Uhr, mit dem schon vielbesagten Verkehr. Bei unserer Ankunft im Hotel war es dann auch schon 24.00 Uhr! Ein schöner Abend rundete auch diesen Reisetag nochmals ab und so konnte man den Gipfelerfolg am Demavend nochmals gemeinsam etwas feiern. So jetzt ist es 1.15 Uhr und ich werde jetzt auch ins Bett gehen! Gute Nach Teheran.
Samstag 05.05.07: Stadtbesichtigung Teheran
Der Park des Golestan-Palastes
Unser neuer RL für diesen Tag in Teheran traf inzwischen ebenfalls in der Lobby ein und mit diesem wurde abgesprochen welche Besichtigungen gemacht werden sollten. Als erstes sind wir zum National-Museum Teherans aufgebrochen, in dem alte Funde aus der Zeit bis 5.000 v. Chr. ausgestellt sind. Originale aus Isfahan und allen sonstigen Ausgrabungsstätten des Landes wurden hier zusammengetragen.
Der Eingang zum Großen Basar
Über dem Haupteingang wird der Markt über eine Treppe betreten und man taucht ein in eine andere Welt. Wie unzählige Iraner haben wir einen Teil der verschiedenen Bereiche besucht (Gold, Teppiche usw.) und den einen oder anderen Einkauf getätigt mit der Mithilfe unseres Reiseleiters. Auffallend war die Ungestörtheit mit der man sich durch die Gänge / Markthallen bewegen konnte; nicht vergleichbar mit den Städten Kairo oder Istanbul.
Pilgerstätte in Rineh
Nach dem Besuch des Großen Bazars gings mit dem Auto zur alten damaligen Hauptstadt, einer Frühdynastie in der Stadt Rey im Süden von Teheran. Rey besitzt eine bekannte schiitische Pilgerstätte, die nur von Schiiten betreten werden kann. Die Außenanlagen sind für alle zugänglich und ein großzügiger Hof lädt zum Verweilen ein. Der Boden des Platzes ist mit Grabplatten aus verschiedenen Steinen versehen und auch hier können wir ungestört fotografieren und filmen. Das Mittagessen wurde einem Dachrestaurant mit Blick auf den Hauptplatz eingenommen (versch. landestypische Gerichte).
Georg mit Schulmädchen
Ein paar Mädchen in Schuluniformen kamen zuerst etwas schüchtern dann immer intensiver auf uns zu und verwickelten uns in ein Frage-Antwort-Spiel in deren Verlauf wir die Attraktion wurden. Unter den Augen der fotografierenden Lehrerinnen und eines amüsierten Polizisten hatte so jeder auf diesem Platz seinen Spaß. Ein überraschender wunderschönes Erlebnis, das so nun überhaupt so nicht zu erwarten war!
Der Aufbruch zurück ins Hotel beendete diese wirklich sehr schöne, zufällig zustande gekommene Zusammenkunft. Im Hotel stand dann noch Packen und ein Spaziergang im Bereich unseres Hotels an (die Jungs haben in einem CD-Shop noch geeignete Musik gekauft). Nach dem Abendessen ging es nach einer Runde Schafkopf, es waren wirklich beschissene Karten bis auf das letzte Spiel, das der Willi und ich ohne Gegenwehr gewonnen haben, ins Bett zum Schlafen. Gute Nacht!
Sonntag 06.05.07: Heimflug
Bis zum nächsten mal!
Fazit: Eine wunderbare unvergessliche Reise mit bleibenden Eindrücken!
Mein Dank gilt: Meiner Frau (die mich immer wieder losziehen lässt), den Jungs (für die schönen Tage), Farima Farzamfar und ihr Team aus Shiraz (Gashtours), Andi Riesner (Infos), Martin Bühlbauer und alle anderen die ihren Beitrag zum Erfolg dieser Reise beigetragen haben.
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