Eigentlich wollten wir nur die Ötzi-Fundstelle sehen doch warum sollte man dann nich mal auf Fineilspitze und Similaun gehn wenn man sich schon die zeit nimmt soweit ins Tal zu laufen?. Ein Versuch muss es Wert sein.
Zur Fineilspitze
Am Weg zur Similaun-Hütte
Getroffen haben wir uns morgens um kurz nach 5 bei dichten Nebel in Vent mit unsrem Bergführer Didi. Leicht geniesselt hats auch noch. Und dann 7 Stunden mit abschliesender leichter Kletterei?.. Wir mussten Wahnsinnig sein, hatten wir doch bisher nur Wildspitze und Fluchtkogel bestiegen. So ging s dann auch schon los. ALs wir nach 2 stunden endlich die Martin-Busch-Hütte passierten hatte es auch schon etwas aufgelocktert. Nur Ernst hatte so seine Zweifel, dass es richtig wäre erst auf die Fineilspitze gehen zu wollen. Klar er wollte seinen Similaun, den er schon 4 mal erfolglos versucht hatte bis dahin. Doch wenn man schon mal da unten ist sollte man sich die Fineilspitze nicht nehmen lassen. Der Weg führte nach der Hütte schmaler, bald etwas steiler werden bist zur Wegverzweigung "Beim Bild". Dort gings rechts ab in richtung Hauslabjoch. Von hier aus könnte man einen sooo schönen Blick auf Fineilspitze haben und auf unsren Similaun, wenn der Nebel nicht wiedergekommen wäre... Zum glück wars noch trocken geblieben. So denn legten wir Gurte und Seil an und Didi, Ich, Winfried (mein Vater) und Ernst zogen gen Nordostgrat der Fineilspitze.
Fineilspitze(3516m)
Blick vom Kreuz zurück
Vom Hauslabjoch stiegen wir gute 50 höhenmeter nach Westen aufsteigend zum Nordostgrat der Fineilspitze. Steil zeigten sich die leichten brüchig wirkenden Felsen. Rucksäche und Steigeisen liessen wir im Geröll am Gratbeginn liegen. Gut eine Dreiviertel Stunde stiegen wir dann , teils luftig und brüchig über leichte Felsen und Blöcke, immer von dichtem Nebel umhüllt. Irgendwann schaute ich so beim Klettern rechts von mir nach unten. Ein irrer Tiefblick auf den Hochjochferner, welcher senrkecht unter mir zu sein schien tat sich für wenige sekunden auf. Was für eine Luftigkeit mussten wir hier meistern?. Nicht schwer aber doch mal was für die Nerven.Bald erreichten wir den flachen Gratteil. Wenige Schritte brachten uns über Platten zum Vorgipfel mit Holzstange. Dank des Nebels konnten Wir nichts sehen, nicht mal den maximal 30 Meter entfernten Haupftgipfel!. So ein schmarrn. Es war das Jahr 2003. So aper hatte unser Führer den Berg noch nie erlebt, wie er uns erklärte. Der folgende Verbindungsgrat zum Gipfelkreuz war ein etwa 30 cm breites und 8 Meter langes abschüssiges Geröllbändchen. Vorsichtig ein Fuss vor den andren. Stürzen sollte man nicht. Nein wir schafften gut dieses Stück. Nach 7 Stunden GIPFEL!. ALLEIN... Schwer war es bis hier her nicht doch mussten wir uns voll konzentrieren. Übrigens hatte ich dieses Jahr mit einig mehr Erfahrung den Berg solo bestiegen. Runter zur Similaun Hütte gings dann schnell und dort gönnten wir uns erst ma eine gemütlichte Rast im Gastraum.
Similaun (3606m)
Kaum zu glauben. Als wir die Hütte um kurz nach 7 verliessen lag nicht eine Wolke am Himmel. Das Wetter war für Ernst 4.ten Simi-Versuch gerade zu massgeschneidert. Über einen, dem Westgrat nördlich Vorgelagerten Felssporn gings ins Obere Firnbecken des Niederjochferners. Von hier folgten wir der Spur flach und spaltenarm bis auf einen kleinen Absatz auf 3400m. Hier kam die Spur vom Marzellkamm herauf. Rechts dieses Absatzes ging ein steiler Geröllhang rauf. Diesen folgten wir bis zu einem Schneegrat der nach Links zum Gipfelgrat führte. Von hier (beeindruckender Tiefblick in die Nordwand und auf den Marzellferner) gingen wir die letzten Höhenmeter zum Kreuz. Viel Betrieb heute. Ich hab um kurz nach 9 86 Leute gezählt. VOn hier oben zeigte sich fast sämtliche Ostalpenprominenz. Einzig der sehr steile Zahn im Osten, die Schwärze brannte sich besonders in meinen Gedanken Fest. Da muss man doch auch Hinauf. Auch toll der Blick auf Weißkugel. Weniger interessant fand ich dann doch den Blick auf Orter und co im Süden. Nach 30 Minuten und etwa 100 Bildern verliessen wir den Gipfel, stiegen zum Marzellkamm ab, folgten diesem und erreichten die Martin-Busch-Hütte wieder. Bei Bier saßen Didi, mein Vater und ich im Gastraum und warteten auf unsren Seilpartner Ernst ( der schon 62 war). Er war etwas zurückgefallen aufgrund einer Trinkpause.. DOch er kam nicht. auch nach einer dreiviertel Stunde nicht. Didi erklärte uns er würde in der Hütte noch eine Zeit warten, wir sollten schon mal vorgehen, er würde dann mit Ernst nachkommen. Dann verliessen wir die Hütte und folgten dem breiten Jeepfahrweg hinunter nach Vent. Die Sonne brannte. Es war heiss. Und jetzt sollte man es nicht glauben, lag Ernst links neben dem Weg auf der grünen Wiese in der Sonne!. War er doch glatt vorhin einfach an der Hütte vorbeigelaufen weil er uns nich darin wähnte. Nun ja jetzt war er da und wir brauchten uns keine Sorgen mehr machen. Zusammen mit ihm und DIdi traffen wir nach 30 kilometer und 30 Stunden wieder in Vent ein. Tranken noch etwas und fuhren dann wieder nach Sölden. Ein toller Tag - ein toller Berg.